Krefeld: Kirmes-Kontrolle: Zoll stellte 54 Unregelmäßigkeiten fest

Krefeld : Kirmes-Kontrolle: Zoll stellte 54 Unregelmäßigkeiten fest

Ausländerbehörde und Zoll kontrollierten 60 Betriebe und 174 Beschäftigte auf der Sprödentalkirmes. Gestern legten sie Ergebnisse vor.

Die Frühjahrskirmes auf dem Sprödentalplatz ist seit fast zwei Wochen vorbei. Das Geschehen wirkt noch nach. Weniger bei den Besuchern als bei den Schaustellern und den Behörden. Wie der Zoll gestern mitteilte, haben dessen Beamte 174 Beschäftigte der Kirmesbetriebe kontrolliert und bei fast jedem dritten Anstellungsverhältnis Mängel entdeckt. Einer der Kräfte wurde sogar festgenommen. Gegen einen Mann aus Moldawien leitete der Zoll ein Strafverfahren ein und übergab ihn an die Polizei, die den Moldawier in Gewahrsam nahm. Die weitere Sachbearbeitung liegt bei der Ausländerbehörde der Stadt Krefeld.

Gemeinsam mit deren Bediensteten hatte der Zoll zwei Tage vor dem Ende der Sprödentalkirmes das Schausteller- sowie das Sicherheitsgewerbe kontrolliert. Vorrangig lag das Augenmerk der Prüfung auf der Einhaltung der Arbeitsbedingungen, der sozialversicherungsrechtlichen Meldepflichten sowie der unerlaubten Beschäftigung von Ausländern ohne Arbeitserlaubnis. Dabei kam es zur vorläufigen Festnahme eines moldawischen Staatsbürgers, der mutmaßlich bei einem Schausteller arbeitete, obwohl sein Touristenvisum ihn dazu nicht berechtigte. Insgesamt überprüften die Zoll-Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Standorte Krefeld und Mönchengladbach die Beschäftigungsverhältnisse von 174 Personen bei 60 Schaustellerbetrieben sowie bei zwei Sicherheitsfirmen. 27mal nahmen die Kontrolleure die Geschäftsunterlagen unter die Lupe und überprüften sie. Dabei konnten in 54 Fällen, und damit bei fast jedem dritten Beschäftigungsverhältnis, Unregelmäßigkeiten festgestellt werden.

Die ersten Auswertungen zeigen, dass Anhaltspunkte für folgende Verstöße vorliegen: Unterschreitung des Mindestlohns von 8,84 Euro, - Nicht- oder Falschanmeldung von Personen zur Sozialversicherung sowie Verletzung der Aufzeichnungspflicht für die täglichen Arbeitszeiten eines jeden Beschäftigten. Die weiteren Ermittlungen bedürften noch intensiveren Prüfungen, die einige Zeit in Anspruch nehmen werde, erklärte der Zoll gestern.

Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung vernichteten dauerhaft legale Arbeitsplätze, erhöhten damit die Arbeitslosigkeit und brächten den Staat um Steuern und die Sozialversicherungen um Beiträge, betonte der Zoll in Krefeld. Zudem schützen sie die Arbeitnehmer vor Unterschreitung des Mindestlohnes.

(sti)
Mehr von RP ONLINE