Krefeld: "Killerpilze" begeistern mit modernem Deutschrock

Krefeld : "Killerpilze" begeistern mit modernem Deutschrock

Am Donnerstagabend traten die Killerpilze zum ersten Mal in Krefeld auf. In der Kufa begeisterten sie nicht nur das junge Publikum, auch einige Eltern konnten der guten Laune der vier Jungs nicht widerstehen.

Das Geschrei beginnt schon, als die Bühne noch in völlige Dunkelheit gehüllt ist. Jeder Schatten treibt die Teenie-Stimmen noch einige Oktaven höher, dahinter könnte sich ja eines der Idole verbergen.

Als dann endlich das erste Gitarrenriff ertönt, gibt es für die hüpfenden Mädels in der ersten Reihe kein Halten mehr. Lange Zöpfe wackeln in der ersten Reihe wild durcheinander, als dann Johannes "Jo" Halbig, Sänger und Gitarrist der Killerpilze, direkt eine Box erklimmt und über den Fans steht, raubt ihm das Blitzlichtgewitter der unzähligen Kameras aus dem Publikum beinah die Sicht. Da muss ein Teenie-Schwarm durch.

Doch die Killerpilze um Johannes Halbig, seinen Bruder Fabian "Fabi" Halbig, Maximilian "Mäx" Schlichter und den bei Live-Auftritten am Bass spielenden "Benni" sind gerne für ihre Fans da. Das merkte auch das überwiegend weibliche Publikum im besten Tennager-Alter beim Auftritt der Killerpilze am Donnerstagabend in der Kulturfabrik. Im lockeren Ton plauderten die zwischen 17 und 22 Jahren alten Jungs mit ihren Fans, scherzten, während sie sich selber auf die Schippe nahmen und heizten die Stimmung ("ihr sollt tanzen, pogen und ausrasten") immer wieder ein. Das gelang ihnen im kleinen Saal der Kufa vor allem durch ihre gelungenen Mischung aus Punk, Rock und leichten Balladen-Elementen.

Doch vor allem der satte Sound der Gitarren und das Wummern des Schlagzeugs ließ die Herzen des Publikums höher schlagen. Doch der körperliche Einsatz führte auch schnell zu Ermüdungserscheinungen, allerdings nur beim Material. Nach nicht einmal einer halben Stunde hatte der mit Irokesen-Schnitt auftretende Fabian Halbig die erste Saite seiner Gitarre zerspielt.

Nach kurzer Pause ging es dann jedoch mit weißglänzender, neuer Gitarre weiter. Sogar ihren Mut bewiesen die Killerpilze in Krefeld. Denn passend zum Lied "Rendezvous" stürzt sich Maximilian Schlichter normalerweise ins Publikum, was er sich auch in Krefeld nicht nehmen lassen wollte. Doch beim Anblick der doch eher zierlich wirkenden Mädchen in der ersten Reihe, musste Sänger Fabian erstmal ein paar Jungs in die erste Reihe beordern, die Gitarrist Maximilian sicher wieder auf die Bühne beförderten.

Musikalisch bekamen die Fans der Killerpilze eine gelungene Mischung aus alten und neuen Songs zu hören. Doch ob die Lieder vom im März erschienen Album "Lautonom", oder von einem der beiden früheren Alben stammten — die Fans sangen jedes Lied der Teenie-Band problemlos mit.

So viel Einsatz von Band und Publikum konnten auch die wenigen älteren Semester in der Kufa nicht widerstehen. Während deren Hauptaugenmerk anfangs noch auf der Beaufsichtigung der minderjährigen Sprößlinge lag, erwischten sich viele Väter nach nur wenigen Songs gegenseitig dabei, wie sie gut gelaunt zum Takt der Lieblingsband ihrer Kinder mit wippten. So sorgten die Killerpilze mit ihrem generationsübergreifenden Auftritt für gute Laune bei Jung und Alt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die "Killerpilze" rocken Krefeld

(RP)