KFC Uerdingen: Ponomarev vor dem Einstieg bei Krefeld Pinguinen

Eishockey: Ponomarev vor Einstieg bei Pinguinen

Die Fußballer des KFC Uerdingen führt der russische Unternehmer zielstrebig nach oben. Nach einem Treffen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Schulz könnte er jetzt auch den Eishockey-Klub flott machen.

Die Krefeld Pinguine haben es schwer. Seit vier Jahren geht es sportlich bergab, die Play-offs wurden verpasst, in den zurückliegenden beiden Jahren wurde die Saison als Schlusslicht der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beendet. Und regelmäßig im Frühjahr muss der wirtschaftlich nicht gerade auf Rosen gebettete Klub um die Lizenz bangen. Hinzu kommen seit Jahren Streitigkeiten mit der Betreibergesellschaft des König-Palast wegen des Mietvertrags. Kein Wunder, dass Wolfgang Schulz, der Aufsichtsratsvorsitzende der Pinguine, von den ständigen Kämpfen genervt und auch nicht gewillt ist, Jahr für Jahr eine satte sechsstellige Summe zu investieren. Seit langer Zeit sucht er daher nach einem Mitstreiter. „Möglicherweise habe ich jemanden gefunden“, hatte Schulz kürzlich gegenüber der RP gesagt. Alles deutet darauf hin, dass es Mikhail Ponomarev, der russische Investor beim KFC Uerdingen, ist.

Am vergangenen Montag steckten Schulz und Ponomarev in dem italienischen Nobelrestaurant „Villa Medici“ die Köpfe zusammen. Es ist eines der Lieblingsrestaurants von Schulz, der sich dort gerne mit Geschäftspartnern trifft. Es wurde gegessen und getrunken und intensiv über Eishockey gesprochen. Schließlich kennt sich Ponomarev nicht nur im Fußball, sondern auch im Eishockey bestens aus. Und wo er ist, sind Geld und Erfolg.

Das war beim englischen Zweitligisten AFC Bournemouth so, wo er Hauptsponsor und Gesellschafter war und nach dem Aufstieg in die Premiere League seine Anteile verkaufte. Das war bei der Düsseldorfer EG so, die sich während seiner Zeit als Gesellschafter für die Champions League qualifizierte. Und das ist nun beim KFC Uerdingen so, der in den zwei Jahren seiner Präsidentschaft den Durchmarsch von der fünften in die dritte Liga geschafft hat und in drei Jahren in der zweiten Liga spielen soll.

Schulz hat es an dem Abend höchstwahrscheinlich verstanden, Ponomarev den Einstieg bei den Pinguinen schmackhaft zu machen. Jedenfalls sprach der russische Unternehmer von einem guten Deal. Seitdem wird im Hintergrund gearbeitet. Auf Anfrage der RP wollte noch keiner der beiden bestätigen, dass Ponomarev bei den Pinguinen einsteigt. Schulz ließ wissen, dass er erst in den nächsten Tagen erreichbar sei und Ponomarev wollte nicht vorpreschen: „Dazu möchte ich mich nicht äußern. Das ist Sache der Pinguine.“

Für Schulz und die Pinguine wäre Ponomarevs Einstieg ein Quantensprung. Plötzlich würde der Klub jene wirtschaftliche Hilfe und mittelfristige Planungssicherheit erhalten, die jahrelang fehlten, um erfolgreich arbeiten zu können. Zugleich würden die Pinguine gegenüber der Betreibergesellschaft nicht länger als Bittsteller, sondern als echte Verhandlungspartner am Tisch sitzen.

Doch wie konnte Schulz Ponomarev locken? Schließlich ist der 44 Jahre alte Russe ein Unternehmer, der sein Geld gleichermaßen gekonnt und gezielt einsetzt. Welche Motivation gibt es für Ponomarev, nicht nur den Fußballverein KFC zu führen, sondern sich auch bei den Pinguinen zu engagieren? Er hätte nicht nur bei den Blau-Roten das Sagen, sondern bei den Schwarz-Gelben ein Mitspracherecht.

Kommt der Deal tatsächlich zustande, dann würde im Krefelder Sport eine neue Zeitrechnung beginnen. Es würden nicht nur alte, verkrustete Strukturen aufgebrochen, sondern die beiden Vereine könnten gemeinsam mit geballter Kraft auftreten. An diese völlig neue, in Deutschland einmalige Situation müssten sich nicht nur Stadt und Wirtschaft gewöhnen, sondern auch einige Fans, die den anderen Verein bislang als Konkurrenten sahen.

Mehr von RP ONLINE