KFC Uerdingen: Mikhail Ponomarev wehrt sich gegen Vorwürfe der Krefeld Pinguine

„Falsche Zahlen genannt“ : Ponomarev wehrt sich gegen Pinguine-Vorwürfe

Der Präsident des KFC Uerdingen, Mikhail Ponomarev, wehrt sich gegen die Vorwürfe der Krefeld Pinguine, er würde dem Eishockey-Verein Geld schulden. Der Streit droht zu einer Schlammschlacht auszuarten.

Den Krefeld Pinguinen steht das Wasser offenbar bis zum Hals. Die finanzielle Schieflage, in die der Klub geraten ist, ist angeblich so dramatisch, dass dem Traditionsverein in den kommenden Monaten sogar der Gang zum Insolvenzgericht droht. Nach Informationen unserer Redaktion sollen rund eine Million Euro fehlen, um die Saison spielen zu können. Geschäftsführer Matthias Roos hat dafür einen Hauptschuldigen ausgemacht: Mikhail Ponomarev. Der Präsident des KFC Uerdingen ist Anteilseigner der Krefeld Pinguine GmbH, hält 46 Prozent der Anteile, ist also Hauptgesellschafter. Und: Er soll dem Verein versprochene Zahlungen nicht geleistet haben - in Höhe von 970.000 Euro, die sich aus Zusagen für die vergangene und die aktuelle Saison zusammensetzen. Die Zahl hatte Pinguine-Geschäftsführer Matthias Roos genannt. Dagegen wehrt sich Ponomarev nun - es droht eine Schlammschlacht.

Gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk habe Ponomarev die Vorwürfe am Dienstag zurückgewiesen, berichtet der WDR auf seiner Internetseite. Stattdessen erhebt er selbst massive Vorwürfe gegen die Verantwortlichen bei den Pinguinen. So werfe er dem Club vor, ihm „fortlaufend falsche Informationen über die tatsächliche Finanzlage weitergegeben zu haben“, heißt es. So sei der Verlust der vergangenen Saison, den die Pinguine bei der Deutschen Eishockey-Liga offiziell zur Lizenzierung eingereicht haben, tatsächlich acht- bis zehnmal höher gewesen, heißt es beim WDR.

Zudem habe Ponomarev dem Verein angeboten, ein nicht näher beziffertes Darlehen zur Verfügung zu stellen. Darauf habe der Club jedoch nicht reagiert, heißt es weiter. Gleichwohl sei er auch bereit, seine Anteile an den Pinguinen zu verkaufen. Ob er sich weiterhin auch im Krefelder Eishockey engagieren werde, sei fraglich, auch wenn er sich die Optionen offen halten wolle. „In Anbetracht der finanziellen Intransparenz und der Gesellschafterstruktur erscheint es mir allerdings schwierig, einen gemeinsamen Nenner zu finden“, zitiert ihn der WDR.

Die Pinguine müssen daher schnellstens einen weiteren Geldgeber finden, sofern mit Ponomarev keine Einigung erzielt wird. Wolfgang Schulz, der zweite Hauptgesellschafter der Pinguine, hatte die durch die vermeintliche Nicht-Zahlung von Ponomarev entstandene Lücke in der vergangenen Saison ausgeglichen. „Dazu ist Herr Schulz in der aktuellen Spielzeit nicht mehr bereit“, sagte Pinguine-Geschäftsführer Matthias Roos. Allerdings sei er mit den von ihm zugesagten Zahlungen für diese Saison in Vorleistung getreten, so dass der Spielbetrieb zumindest bis Februar gesichert sei, sagte Roos. Die Vorwürfe, die nun Ponomarev äußerte, könne er indes nicht nachvollziehen, sagte er unserer Redaktion. Am kommenden Mittwoch wolle er bei der turnusmäßigen Pressekonferenz der Pinguine vor dem Spiel gegen Berlin (Freitag, 19.30 Uhr, in Berlin) Stellung dazu nehmen.

Der Geschäftsführer war vor zwei Wochen bereits den ungewöhnlichen Schritt gegangen und hatte Ponomarev heftig öffentlich kritisiert, weil er sich nicht an vereinbarte Zahlungen gehalten habe. Roos begründete dieses Vorgehen dadurch, dass er rechtzeitig auf eine drohende Insolvenz habe hinweisen wollen, um sich nicht in Gefahr der Insolvenzverschleppung zu bringen.

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