KFC Uerdingen gründet mit der Stadt eine GmbH zum Stadionbau

Sanierung der Grotenburg : Ponomarev stellt seine Pläne für den Profi-Fußball in Krefeld vor

Der russische Unternehmer legt ein klares Bekenntnis zum Standort Krefeld ab: Der KFC gründet mit der Stadt eine GmbH zum Stadionbau und kooperiert in Kürze mit dem SC Bayer.

Mikhail Ponomarev ist verschnupft. Das ist aber nur ein kleineres gesundheitliches Problem. Ansonsten geht es dem Präsidenten des KFC Uerdingen richtig gut. „Es geht voran“, sagt er und lächelt. Damit meint er aber nicht etwa die sportliche oder tabellarische Situation, sondern die Gesamtentwicklung des Vereins und seines Umfelds: die Stadionpläne und das künftige Trainingsgelände.

Ponomarev lüftet im Gespräch mit dieser Redaktion ein lange gut gehütetes Geheimnis. Die Stadt Krefeld und der KFC Uerdingen gründen eine gemeinsame GmbH, nicht nur um die Ausschreibung und Arbeiten zu beschleunigen, sondern es kommt bei der Sanierung und Modernisierung des Stadions Grotenburg zu einer echten Partnerschaft. „Unser Ziel ist es, eine gemeinsame GmbH zu gründen, und wir stehen kurz vor der Vereinbarung“, bestätigte der russische Unternehmer. „Der Oberbürgermeister wird in Kürze etwas dazu sagen.“ In dieser Saison muss der KFC seine Heimspiele in Duisburg austragen, weil das Krefelder Stadion nicht den notwendigen Sicherheitsanforderungen genügt und für jegliche Spiele gesperrt ist.

Demnach wird die Grotenburg nicht nur für elf Millionen Euro drittligatauglich hergerichtet. „Das kann die Stadt alleine“, meint Ponomarev, der die altehrwürdige Kampfbahn für die Zweite Liga fit machen will. Drei neue Tribünen sollen errichtet werden, die Arena 25.000 Zuschauern Platz bieten. Zudem sollen auch VIP-Räume, die Geschäftsstelle und ein Fan-Shop dort eingerichtet werden. „Das Stadion für die Dritte Liga zu sanieren, das ginge schnell“, sagt Ponomarev. „Aber das Projekt braucht etwas mehr Zeit und kostet auch mehr.“ Wie viel, das will er nicht verraten und verweist auf die Stadt.

Die Gründung der gemeinsamen GmbH und die Beteiligung des KFC an der Sanierung der Grotenburg ist ein klares Bekenntnis Ponomarevs zum Standort Krefeld. Damit nimmt er auch allen Spekulationen den Wind aus den Segeln, er wolle sich zusätzlich beim 1. FC Kaiserslautern engagieren. Für entsprechende Berichte aus der Pfalz, wo der Traditionsverein hoch verschuldet ist und dringend frisches Kapital braucht, hatte Ponomarev nur ein müdes Lächeln übrig: „Das ist kein Thema.“

Dass anderenorts die Vereine schlechte Erfahrungen damit gemacht haben, wenn sie sich an Stadioninvestitionen beteiligt haben wie zum Beispiel in Aachen, Kaiserslautern oder auch Duisburg, weiß Ponomarev. Doch diese Gefahr sei für den KFC Uerdingen sehr gering. „Ich denke, das geht ohne Risiko. Im Gegenteil, beide Seiten erhalten Sicherheit“, sagt er. „Der Verein ist nicht alleine, die Stadt ist nicht allein – das ist unser Modell. Es geht um eine langfristige Zusammenarbeit.“ In den Fällen und Städten, wo die Zusammenarbeit nicht von Erfolg gekrönt war, liege die Ursache auf der Hand: „Entscheidend ist der sportliche Erfolg. Man muss mindestens in der Zweiten Liga spielen, damit das funktioniert.“ Den Aufstieg strebt Ponomarev daher mit aller Macht an – in dieser, spätestens in der nächsten Saison.

Ponomarev weiß, dass es mit der Sanierung der Grotenburg allein nicht getan ist. Dem KFC fehlt vor allem ein Trainingsgelände, und auch ein Nachwuchs-Leistungs-Zentrum (NLZ) muss er errichten, wenn er in der Zweiten Liga spielen möchte. Die Anforderung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sind groß. „Ja, auch hier zeichnet sich eine Lösung ab“, verrät Ponomarev. „Dank der Stadt gibt es in Kürze eine Vereinbarung mit dem SC Bayer Uerdingen und eine Kooperation. Das wäre für uns ein Meilenstein, denn ohne Trainingsgelände und ohne Nachwuchs geht es nicht.“

Und auch was den Nachwuchs betrifft, hat Ponomarev extrem ehrgeizige Ziele. „Unser Ziel ist es, dass die A-Jugend aufsteigt“, sagt er, doch damit nicht genug. „Wir wollen versuchen, in zwei Jahren in der A-Junioren-Bundesliga zu spielen.“ Auch das klingt utopisch. Wie so manches, was Ponomarev sagt – und dann realisiert.

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