Krefeld: KFC-Ordner quittieren Dienst

Krefeld : KFC-Ordner quittieren Dienst

Als Konsequenz nach den Ausschreitungen in Ratingen hat der KFC-eigene Ordnungsdienst seine Ämter niedergelegt. "Ich habe Angst vor Übergriffen auf meine Familie", sagt Einsatzleiter Thomas Krille.

Die Krawalle in Ratingen haben für den Fußball-Niederrheinligisten KFC Uerdingen auch interne Folgen: Die Leitung des fan-eigenen Ordnungsdiensts hat geschlossen ihre Ämter niedergelegt. Das bedeutet, dass der KFC nun wieder auf einen externen Sicherheitsdienst zugreifen muss, der entsprechend mehr Geld kostet.

"Wir sind von Herrn Lakis (KFC-Vorsitzender, die Red.) und Andreas Galland (Verwaltungsrat, die Red.) gebeten worden weiterzumachen, aber wir möchten nicht mehr", sagte Guido Bongen, einer der beiden Einsatzleiter. Auch für seinen Kollegen Thomas Krille gibt es kein Zurück: "Ich habe Angst vor Übergriffen auf meine Familie. Wenn solche Vorfälle auf den privaten Bereich übergreifen, dann ist für mich Schluss."

Die beiden, die seit Jahren in KFC-Fan-Kreisen bekannt sind, geben unterschiedliche Gründe an, den Schlussstrich zu ziehen: "Ich kann mit der Polizei nicht mehr zusammenarbeiten. Klar, wir haben einige Chaoten unter den Fans, aber auch viele vernünftige. Mit denen hätten wir die Situation auch wieder in den Griff bekommen. Doch wir hatten keine Chance dazu", sagte Guido Bongen im Gespräch mit unserer Zeitung.

Thomas Krille war vor allem von "der verbalen Aggressivität unserer Fans" geschockt. "Natürlich haben die Emotionen gekocht. Aber bei einer so hohen Gewaltbereitschaft kann ich nicht mehr für die Sicherheit garantieren. Nur für mich selbst kann ich mit solchen Ausbrüchen leben, dazu ist mein Fell dick genug. Aber was ist denn, wenn jetzt meine Frau oder meine Kinder von solchen Chaoten bedroht werden? Das ist es mir einfach nicht wert, dann höre ich lieber auf."

Fassungslos sind beide nach wie vor über das Eingreifen der Polizei, bei deren Einsatz von Pfefferspray es mehrere Verletzte gegeben hat. "Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Polizei so brutal vorgegangen ist. So etwas habe ich noch nicht erlebt, und ich gehe seit über 30 Jahren zum Fußball", sagte Krille. Wie gestern bekannt wurde, hat einer seiner Ordnerkollegen als Reaktion auf das Pfefferspray einen allergischen Schock davongetragen. Er musste ins Krankenhaus, bekam Infusionen, wurde aber noch in der Nacht zu Sonntag wieder entlassen.

Mittlerweile ist ein Video des Krawalls im Internet-Video-Portal Youtube aufgetaucht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: KFC Uerdingen in Ratingen: Spielabbruch

(RP)
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