Kempener Dezernent Marcus Beyer wird in Krefeld Linne-Nachfolger

Krefeld : Kempener Dezernent wird Linne-Nachfolger

Zwei wichtige Personalien für Krefeld werden am Donnerstag im Rat entschieden. Marcus Beyer kommt, Thomas Visser wird offenbar nicht wiedergewählt.

(vo) Neuer Planungsdezernent von Krefeld wird aller Voraussicht nach der Kempener Technische Beigeordneter Marcus Beyer. Beyer hat sich am Montagabend den Fraktionen vorgestellt; es gilt als sicher, dass er bei der Wahl das Planungsdezernenten am Donnerstag im Rat eine Mehrheit bekommt und damit Nachfolger von Martin Linne wird, der seinerseits in seiner Heimatstadt Duisburg Beigeordneter für Personal und Stadtentwicklung geworden ist. Beyer lebt mit seiner Familie in Krefeld und ist auch in Krefeld aufgewachsen.

Nach dem Abitur am Krefelder Fichte-Gymnasium studierte Beyer in Wuppertal Bauingenieurwesen. Er bringt viel Verwaltungserfahrung mit und kennt die Region sehr gut. Schon seine Diplomarbeit schrieb er über die Ortsumgehung von Tönisberg. Beruflich angefangen hat er in Planungsbüros, wechselte dann in die Verwaltung, unter anderem in Viersen und vier Jahre lang in Krefeld. 2013 ging er nach Tönisvorst, wo er für „Immobilien und Stadtentwicklung“ zuständig war. Seit April 2018 ist er Beigeordneter in Kempen, jetzt folgt also der Wechsel nach Krefeld.

Eine weitere Personalie zeichnete sich gestern ab: Der Beigeordnete Thomas Visser wird wohl keine Mehrheit mehr für eine Wiederwahl bekommen. Offenbar hat sich in der Politik Enttäuschung über seine Amtsführung angesammelt. Martin Linne war 2011 nach Krefeld geholt worden, um neue Impulse für die Stadtplanung zu gewinnen, die man vom damaligen Planungsdezernenten Visser offenbar nicht mehr erwartete. Als Linne kam, verlor Visser – seit 2004 Planungs- und Baudezernent in Krefeld – die Bereiche Bau und Planung

Visser war 1989 als Leiter des Grünflächenamtes nach Krefeld gekommen und hat sich große Verdienste um die Restaurierung von Krefelds Gartenkunstwerken im Zuge der Euroga im Jahr 2002 erworben. Er sah sich damals schlimmen Anfeindungen ausgesetzt, weil nicht nur Bäume gepflanzt, sondern auch gefällt wurden („Baummörder“). Die Entwicklung bestätigte ihn eindrucksvoll: 2004 wurde er von Gräfin Bernadotte, Präsidentin der Deutschen Gartenbau Gesellschaft, mit dem Horst-Koehler-Preis für Verdienste um die Versöhnung von Technik und Natur ausgezeichnet. Heute zählen Krefelds restaurierte Gartenkunstwerke zum wertvollsten kulturellen Erbe der Stadt.

Visser ist heute im Geschäftsbereich VI für Umwelt, Verbraucherschutz, Soziales, Senioren, Wohnen und Gesundheit zuständig. Sollte er nicht wiedergewählt werden, endet seine Amtszeit Ende des Jahres.

(vo )