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Krefeld: Kein Platz für Neonazis im Rat

Krefeld : Kein Platz für Neonazis im Rat

Mit einer Unterschriften-Aktion will ein überparteiliches Bündnis den Einzug der NPD in den Krefelder Stadtrat bei der Kommunalwahl verhindern. 30 000 Flugblätter sollen an alle Haushalte verteilt werden.

Bis jetzt sind es schon 120 Unterschriften. In wenigen Tagen sollen es 200 sein. "Nur abwarten und zuschauen war uns zu wenig", sagt Peter Lommes, Mitglied des DGB-Kreisvorstandes, über das "Krefelder Bündnis für Toleranz und Demokratie." Die Mitglieder des Bündnisses wollen Rechtsradikalen die Rote Karte zeigen und rufen darum zur Unterschriften-Aktion gegen die NPD auf. Dafür hat sich eine seltene Koalition über Parteigrenzen hinweg gebildet, zu deren Mitgliedern gehören: CDU-Ratsfrau Ingeborg Müllers, Petra Akpoyibo (Grüne), Heidrun von der Stück (Die Linke), Christoph Aretz (SPD) und Ulrich Tings (Katholische Portugiesische Mission Krefeld).

"Keine Unterschrift für die NPD"

"Keine Unterschrift der NPD" rufen sie auf, und wollen damit verhindern, dass die NPD zur Aufstellung ihrer Kandidaten Unterschriften vor der Kommunalwahl sammelt. Zehn Unterschriften genügen, damit in einem Wahl-Bezirk ein Kandidat aufgestellt werden kann. "Alle gesellschaftlichen Gruppen werden bei dem Bündnis mit im Boot sein", sagt Ingeborg Müllers. Angefangen von Oberbürgermeister Gregor Kathstede über Vertreter aller anderen Parteien und Organisationen wie Caritas, und KAB bis zu Betriebsräten, Bürgervereinen und Künstler reicht die Liste. Drei Bundestagsabgeordnete und 24 Kirchenvertreter haben ebenfalls unterschrieben. "Nicht rechts liegen lassen" sondern "offensiv dem braunen Gesocks entgegentreten" will man laut Lommes, und vor allem "so genannte Unpolitische erreichen".

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Die Hoffnung der NPD-Gegner: In Krefeld solle es gar nicht erst dazu kommen, dass wie in Mönchengladbach zwei NPD-Vertreter im Rat sitzen. Lehrer und Jugendliche – ab 16 haben sie Wahlrecht zur Kommunalwahl – sollen besonders informiert werden: "Wir wollen unsere Ziele wie eine Woge in die Stadt tragen", sagt Christoph Aretz. Nach Karneval sollen deswegen 30 000 Flugblätter verteilt werden. Möglichst alle Haushalte sollen erreicht werden – und damit vor NPD-Stimmenfängern an der Haustür gewarnt werden. "Verweigern Sie Ihre Unterschrift", sagen die Initiatoren, "geben Sie dieser Partei keine Chance."

(RP)