Krefeld: Kaserne zu verkaufen

Krefeld: Kaserne zu verkaufen

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben will das 117 000 Quadratmeter große Gelände der Kaserne Kempener Allee veräußern. Noch knapp eine Woche haben Bieter Zeit, Angebote einzureichen. Erste Offerten liegen schon vor.

Es ist eines der größten Grundstücke, die es in Krefeld derzeit zu erwerben gibt: 117 343 Quadratmeter (16,5 Fußballfelder) groß ist das Gelände der ehemaligen "Bradbury Barracks". Noch bis Dienstag, 15. Juni, 12 Uhr können schriftlich Gebote bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben abgegeben werden. In wenigen Tagen kann sich entscheiden, was aus dem stadtplanerischen Filetstückchen mit langer Geschichte wird.

Rudolf Paulsberg von der Bundesimmobilienagentur sagte unserer Zeitung: "Es sind bereits Angebote eingegangen, allerdings sind die Umschläge noch nicht geöffnet worden. In einer Woche werden wir mehr wissen." Um wie viele Bieter es sich genau handelt, wollte er nicht sagen. Aus Sicht der Stadt würde sich auf der Fläche Wohnbebauung anbieten. Schon einmal hatte die Bundesimmobilienagentur die Fläche ausgeschrieben. 2006 ging allerdings nur ein Angebot ein; mit dem Bieter konnte man sich wohl preislich nicht einigen. Jetzt unternimmt der Bund einen neuen Anlauf – die Stadt hofft, dass die neue Ausschreibung erfolgreich ist. "Von einem neuen Wohngebiet an der Kempener Allee würde unsere Stadt sehr profitieren", sagt Krefelds Baudezernent Thomas Visser. Denn die Kaserne ist – im Unterschied zu einem neuen Wohngebiet wie Hüls-Südwest – infrastrukturell ideal angebunden. Eine Straßenanbindung wäre vorhanden, Kanäle sind schon gelegt. Einkaufen ist im Gewerbegebiet Mevissenstraße möglich. Schulzentrum Horkesgath und öffentliche Sportanlage liegen nebenan.

1936 bis 1938 wurde die Kaserne für die Deutsche Wehrmacht gebaut, nach dem Krieg zogen die Briten ein; und 2002 wieder aus. Seitdem wird nach einer neuen Nutzung für die Kaserne gesucht. Die Stadt hat über die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) 2005 ein Konzept erstellen lassen. Demnach wären auf dem Gelände Wohnen und Gewerbe möglich, erklärte Thomas Visser. Er verschweigt jedoch auch die Schwierigkeiten nicht, die mit der Planung auf dem Areal verbunden sind: "In Einklang gebracht werden müsste die Planung natürlich mit dem Denkmalschutz."

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Die ehemalige Adolf von Nassau- Kaserne ist als Gesamtanlage in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. Bestandteile des Denkmals sind das Mannschaftsgebäude, die Offiziersmessen, die Stabsgebäude, die Werkstattgebäude, der Exerzierplatz, das Erschließungssystem und die Umfassungsmauer. Die Kaserne hat aus Sicht des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege besonderen Wert – aufgrund der Bauzeit im Nationalsozialismus sowie der spätere Nutzung durch die Besatzungsmächte. Die Kaserne dokumentiere die Stadtentwicklungsgeschichte und zeige die Stärkung des Militärstandortes Krefelds in den 1930er Jahren.

Alle diese Vorgaben könnten einem Investor im Wege stehen. In drei bis vier Wochen will der Bund die Angebote kommunizieren.

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(RP)
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