Krefeld: Karriere-Powerplay: 250 Schüler trainieren für die Bewerbung

Krefeld : Karriere-Powerplay: 250 Schüler trainieren für die Bewerbung

Im König-Palast boten 27 Krefelder Arbeitgeber Neuntklässlern ihre Hilfe an. Ziel: Ein gelungener Start ins Berufsleben.

Was ist der größte Fehler bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz? "Unvorbereitetes Erscheinen zum Einstellungstest", sagt Axel Wiebus, Ausbilder bei der Deutschen Post/ DHL. Seit drei Jahren präsentiert er das Unternehmen bei "Karriere-Powerplay", dem interaktiven Workshoptag, der gestern zum vierten Mal im König-Palast angeboten wurde. Zielgruppe sind Neuntklässler von Krefelder Haupt-, Real- und Gesamtschulen. Anreiz für die Teilnahme war auch in diesem Jahr der kostenlose Besuch des gestrigen Eishockey-Spiels Krefeld Pinguine gegen Augsburger Panther.

"Viele wissen noch gar nicht, was sie machen wollen. Da fehlt noch fast ein Jahr, bevor es sie wirklich interessieren wird. Das sieht man ja auch daran, dass in diesem Raum der Getränkeautomat stark frequentiert ist", meint Wiebus augenzwinkernd. Positiv findet er, dass sich die Schüler in ihrer Freizeit freiwillig über das Thema Bewerbung informieren. Allerdings fehle es vielen seiner Erfahrung nach noch immer an den "Basics". "Dazu zähle ich die Grundrechenarten, aber auch Textverständnis. Viele lesen zu wenig und das merkt man. Sie lesen nämlich auch die Fragestellung in unseren Tests nicht richtig durch und antworten dann falsch."

Konkrete Vorstellungen vom angestrebten Beruf kommen auch bei Currenta-Ausbildern gut an. "Wir schauen nicht unbedingt auf die Zeugnisnoten. Aber wer sich für einen bestimmten Beruf bewirbt, der sollte wissen, was ihn dort erwartet. Dieses Interesse ist für uns mehr wert als jede Note. Zumal wir das Allgemeinwissen in einem Online-Einstellungstest abfragen", erklärt Vanessa Menke, Mitarbeiterin der Personalabteilung.

Eckart Preen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, betont die Bedeutung von Facharbeitern für den Wirtschaftsstandort Krefeld. "Wir brauchen interessierte junge Leute, die gezielt Unternehmen ansprechen. Und wir müssen alles dafür tun, diese jungen Leute in Krefeld zu halten." Und auch er sagte: "Motivation und Kenntnis über das ausgesuchte Unternehmen sagen mehr als gute Noten." Doch genau diese Kenntnisse vermisst Mario Bernards, Nachbarschaftsbüroleiter bei Currenta, viel zu oft. "Wenn ein Jugendlicher zu mir ins Büro kommt und sagt, der Papa hätte ihn geschickt, er solle mal fragen, ob bei uns irgendwo eine Stelle frei sei, dann ist das kein erfolgversprechender Weg, an einen Ausbildungsplatz zu kommen."

Besser werden es wahrscheinlich die 250 Neuntklässler machen, die gestern bei "Karriere-Powerplay" trainierten. Sie lernten nicht nur 27 Ausbildungsplatz-Anbieter aus Krefeld kennen, sie durften auch testen, wie sie bei einem Bewerbungsgespräch abschneiden würden, ob ihr Allgemeinwissen ausreichend ist und was sie an ihrem Auftreten verbessern könnten. Denn, wie es Schuldezernent Gregor Micus formuliert: "Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance."

(RP)
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