Kapellmeister Diego Martin Etxebarria wechselt vom Theater Krefeld ans Theater Chemnitz

Theater Krefeld : Kapellmeister geht nach Chemnitz

Diego Martin-Etxebarria verlässt den Niederrhein. Zum Ende der Spielzeit werden einige Akteure das Theater verlassen. Sie gehen an andere Theater, in den Ruhestand oder beenden ihre aktive Karriere. Einige kehren als Gäste zurück.

Eigentlich wollte Diego Martin-Etxebarria am Niederrhein sesshaft werden. Als der Spanier im Frühjahr 2017 als Erster Kapellmeister ans Gemeinschaftstheater kam, war es seine erste Festanstellung und für ihn ein großes Abenteuer. „Irgendwann ist man das ständige Herumreisen satt“, hatte er im Interview mit unserer Redaktion gesagt. Teatro Real Madrid, Semperoper Dresden, Théâtre des Champs-Élysées, Theater Barcelona, Theater Augsburg oder Staatsoper Berlin:  Eine beeindrucknde Wanderschaft lag damals hinter ihm. In der vergangenen Spielzeit war er Stellvertreter des Generalmisikdirektors Mihkael Kütson. Nun ist Martin-Etxebarria 40 – und will  weiterziehen. Er wird neuer Erster Kapellmeister an den Städtischen Theatern Chemnitz. Sein Engagement tritt er am 1. April 2020 an. Seine erste Aufgabe am Pult ist die Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail“ (Premiere 8. Mai).

Das Ende einer Spielzeit ist immer auch eine Zeit des Abschiednehmens. An manchen Theatern werden jede zweite Saison die Ensembles fast komplett ausgewechselt. Am Krefeld-Mönchengladbacher Haus ist die Fluktuationsquote gering. Mit dem Beginn der Ferien am Montag, 15. Juli, machen sich Theaterleute aus allen drei Sparten auf den Weg und brechen ihre Zelte am Niederrhein ab.

Panagiota Sofroniadou. Foto: Matthias Stutte

Die Balletttänzerin Yasuko Mogi verlässt die Compagnie von Robert North nach zehn Jahren. Ihr Tanzkollege Luca Ponti wechselt von der Bühne in die Arbeit hinter den Kulissen und wird Inspizient des Balletts. Eine Institution im Musiktheater ist Solo-Repetitor Robert Pazur. Er nimmt nach 30 Jahren Abschied vom Zwei-Städte-Theater. Ebenfalls aus dem Bereich Musiktheater verabschieden sich Regieassistentin Sybille Northmann und die Opernchorsänger Svetlozar Betov, Jong-Ho Park und Gereon Grundmann. Im Schauspiel beendet Regieassistentin und Regisseurin Maja Delinić ihr Engagement am Gemeinschaftstheater.

Valerie Eickhoff. Foto: Matthias Stutte

Außerdem läuft für Mitglieder des Opernstudios Niederrhein ihre Zeit ab: Panagiota Sofroniadou, Valerie Eickhoff und Alexander Kalina gehen neue Wege. Einige kehren aber als Gäste in der kommenden Saison zurück.

Alexander Kalina. Foto: Matthias Stutte

In Krefeld beginnt die Spielzeit am 20. September mit der „Dreigroschenoper“. Martin-Etxebarria  stellt sich an seiner neuen Wirkungsstätte am Pult der Robert-Schumann-Philharmonie  am 31. August beim Open-Air-Konzert zur Spielzeiteröffnung auf dem Theaterplatz Chemnitz vor. Für die Position des Ersten Kapellmeisters, die in der zu Ende gehenden Spielzeit vakant war, hat er sich übrigens mit einem Vorstellungsdirigat von Mozarts „Zauberflöte“ beworben. „Mozart in seiner unübertrefflichen Klarheit liebe ich“, hat er erzählt. Denn auch am Theater Krefeld Mönchengladbach leitete er die „Zauberflöte“ in der aufsehenerregenden Star-Wars-Inszenierung von Kobie van Rensburg. In angezogenem Tempo, sehr modern und klar hat er Mozarts Partitur umgesetzt. Er verzichtete auf Vibrato, setzte Phrasierungen neu und schuf eine musikalische Interpreation, die zum kühlen Glanz der Science-Fiction-Optik passte.

Martin-Etxebarria war als Assistent von Generalmusikdirektor Kütson bei der Britten-Oper „Peter Grimes“ in der Spielzeit 2014/15 bereits am hiesigen Theater aufgetreten. Während seines Engagements als Erster Kapellmeister leitete der in Bilbao geborene Musiker auch die Inszenierungen von „Faschingsfee“ und Nabucco“. Sein  Diplom hatte er an der Musikhochschule Catalunya abgeschlossen und ein Aufbaustudium in Orchesterdirigieren an der Musik-Hochschule „Franz Liszt“ in Weimar absolviert. Sein Konzertexamen schloss er an der Musikhochschule in Dresden ab.

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