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Jürgen Hengst als Uerdinger Bezirksvorsteher wiedergewählt

Kommunalpolitik : Jürgen Hengst als Uerdinger Bezirksvorsteher wiedergewählt

SPD, CDU, Grüne und FDP brachten in der Bezirksvertretung den Vorschlag ein, Jürgen Hengst (SPD) erneut zum Bezirksvorsteher zu wählen.

Der alte und neue Bezirksvorsteher für Uerdingen heißt Jürgen Hengst (SPD). Einstimmig wählte die Bezirksvertretung Uerdingen in der Aula der Gesamtschule Uerdingen auf ihrer ersten Sitzung nach der Kommunalwahl den Wahlvorschlag, auf den sich SPD (fünf Sitze), CDU (vier Sitze), Grüne (drei Sitze) und FDP (ein Sitz) in einer detaillierten Absichtserklärung geeinigt hatten. Danach sollte Jürgen Hengst das Amt des Bezirksvorstehers weiterführen, vertreten durch Uli Lohmar (CDU) und Guido Dietel (Grüne). Zuvor war Schriftführerin Christina Schemann im Amt bestätigt worden.

Die neu gewählte Uerdinger Bezirksvertretung hat einen Generationswechsel vollzogen. Von 15 Bezirksvertretern sind zehn neu in ihrem Amt, das jüngste Mitglied zählt 32 Jahre. In einer kurzen Ansprache betonte der wiedergewählte Bezirksvorsteher, der Standort Uerdingen-Gellep-Stratum habe ein gewaltiges Potenzial. Dies zu entfalten müsste ein Anliegen aller sein.

In Uerdingen pflegt man immer noch Erinnerungen an das unrühmliche Ende der Doppelstadt Krefeld-Uerdingen nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies hat zur Folge, dass die Uerdinger bei allen politischen Gegensätzen zusammenstehen, wenn es um Uerdinger Belange geht. Daher stand im Mittelpunkt der Tagesordnung dieser ersten Sitzung ein Sachstandsbericht zum Integrierten Handlungskonzept Uerdingen und die Aufgaben des Stadtumbaubeirates, den Anna-Karolina Knebel vom Fachbereich Stadtplanung vortrug.  

Als er für die zurückliegende Wahlperiode erstmals gewählt wurde, war der 1950 in Hannover geborene Jürgen Hengst der erste nicht aus Uerdingen stammende Bezirksvorsteher. Seit 1981 lebt er in Uerdingen. In dieser Zeit hatte er reichlich Gelegenheit, sich in seiner neuen Heimat einzurichten. Dazu verhalfen ihm nicht zuletzt auch seine politischen Kontakte. Er sei ein Alt-68er. „1971 bin ich als überzeugter Willy-Brandt-Wähler in die SPD eingetreten.“ Nun, mit 70 Jahren, schaut der SPD-Politiker mit wachem Blick auf die Veränderungen im politischen Geschehen. „Meine Motivation ist mitzuhelfen, dass sich die Dinge zum Guten entwickeln. Bei vielen Politikern meiner Generation registriere ich, dass auch sie ihre Überzeugungen an dieser Zielsetzung ausrichten“, sagt er im Gespräch. In seiner Doppelfunktion als Krefelder Ratspolitiker und Uerdinger Bezirksvorsteher sieht Hengst einen Vorteil für das Einbringen von Uerdinger Belangen, denn im Krefelder Rat sei die Meinungsbildung stärker parteipolitisch gebunden.

Radfahren gehört zu seinen Hobbys. Bei seinen Fahrten durch Uerdingen sprechen ihn die Bürger ohne Scheu immer wieder an. Seine norddeutsch geprägte ruhige und verlässliche Art, gepaart mit rheinischer Kommunikationslust, kommt gut an. Seinen vielfältigen politischen Aufgaben ist geschuldet, dass er ein zweites Hobby für eine spätere Lebensphase aufgeschoben hat. „Auf dem Speicher schlummert noch eine umfangreiche Modelleisenbahnanlage. Der werde ich mich wieder zuwenden, wenn das mit der Politik einmal vorbei ist.“