Krefeld: Josefskapelle hat Feuertaufe mit Bravour bestanden

Krefeld: Josefskapelle hat Feuertaufe mit Bravour bestanden

Vitus Quartett gab das erste Konzert einer neuen Reihe.

Unentdeckte Schönheit nützt keinem. Das fanden auch die beiden Kulturagenten Joachim Watzlawik und Ulla Schneider-Watzlawik sowie Guido Ruegenberg, der Leiter des Altenheims St. Josef an der Tannenstraße. In dem Altbau aus dem Jahre 1894 befindet sich eine aparte kleine Kapelle im Stil der wilhelminischen Epoche, die kaum ein Krefelder kennt. Mit einer Reihe anspruchsvoller Kammerkonzerte soll sich das ändern. Nach dem ersten Konzert - mit dem Vitus Quartett - lässt sich resümieren: Die Initiatoren haben Recht.

Der Raum bietet ein ausgezeichnetes Ambiente für Kammerkonzerte. Er ist nicht zu groß und nicht zu klein, die bunten Farben schaffen eine warme, angenehme Atmosphäre. Dass es sich um eine Kirche handelt, schafft einerseits den nötigen ernsten und feierlichen Rahmen. Aber zu fromm geht es nun doch nicht zu, dafür sorgt schon ein Angebot mit zünftigen Getränken in der Pause. Die Akustik ist, wie meist in alten Kirchen, etwas hallig. Wenn, wie jetzt im ersten Konzert der Reihe, Streicher spielen, hat das allerdings nicht nur Nachteile: Es klingt voluminös.

Wahrscheinlich reduziert sich der ohnehin nicht allzu starke Nachhall noch, wenn die Zuhörerplätze stärker besetzt werden. Da sind Wachstumsraten wünschenswert; rund 25 Interessenten waren zum Konzert des Vitus Quartetts gekommen. Die Musiker nahmen es gelassen. "Als wir vor zehn Jahren eine andere Kammermusikreihe starteten", berichtet Johanna Brinkmann, eine der beiden Geigerinnen des Streichquartetts, "kamen kaum mehr als zehn Zuhörer. Inzwischen spielen wir vor vollen Stuhlreihen." Die Qualität, die am ersten Abend zweifellos vorhanden war und auch in den nächsten Konzerten zu erwarten ist, muss sich erst einmal herumsprechen.

Davon sind auch die drei anderen Quartettmitglieder überzeugt, Chisato Yamamoto (Violine), Richard Weitz (Viola) und Raffaele Franchini (Violoncello). Alle vier sind Mitglieder der Niederrheinischen Sinfoniker. Mit einem ansprechenden Programm hinterließen sie einen tadellosen Eindruck. Eine kompetente Wiedergabe war zu hören von Mozarts Jagdquartett, Hugo Wolfs Serenadensatz und Schuberts Rosamunde-Quartett.

Von Schubert stammte auch die Zugabe nach begeistertem Beifall, das Menuett aus dem Es-Dur Quartett.

Info und Kartenverkauf für die weiteren Konzerte: Kulturagentur an der Josefkirche 6, Telefon 02151 3634610.

(RP)