Unfallstatistik 2017: Jeden Tag fliehen in Krefeld fünf Unfallverursacher vom Unfallort

Unfallstatistik 2017: Jeden Tag fliehen in Krefeld fünf Unfallverursacher vom Unfallort

Die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr ist im vergangenen Jahr auf fünf gestiegen. Die Zahl der Verletzten erreichte trotz mehr Unfällen einen historischen Tiefstand - 841 Personen erlitten Blessuren.

Nie gab es weniger Verletzte im Krefelder Straßenverkehr als im vergangenen Jahr. Das teilten Polizeipräsident Rainer Furth und Holger Klein, Leiter der Direktion Verkehr, gestern im Präsidium am Nordwall mit. Dennoch scheint das Klima unter den Verkehrsteilnehmern immer ruppiger zu werden. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail.

Die Grafik zeigt: Die Zahl der Unfälle ist wieder leicht gestiegen - es wurden aber 2017 weniger Personen verletzt als 2016 Foto: Schaulandt, Oliver

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Vergleich zu 2016 um 304 auf 8485 gestiegen. Statistisch gesehen kracht es also 23 Mal pro Tag auf Krefelds Straßen. Und das sind nur die Zusammenstöße, die aktenkundig geworden sind. Bei 681 Kollisionen wurden 841 Personen verletzt - 36 weniger als 2016. "Das ist die niedrigste Zahl seitdem wir eine Statistik führen", sagte Klein. In der Regel gehen die Unfälle glimpflich aus. 713 Männer, Frauen und Kinder erlitten leichte Verletzungen. Für 123 Personen endete der Unfall mit einem stationären Aufenthalt in einer Klinik. Fünfmal verstarb ein Unfallopfer. Im Vergleichsjahr waren es vier Personen, die die Unfallfolgen nicht überlebten.

Sorge bereitet der Polizei allerdings die Entwicklung bei Unfällen mit Kindern. Die Zahl hat sich von 78 um 17 auf 95 erhöht. Die Beamten haben bei der Auswertung drei Risikogruppen besonders im Visier. Senioren, junge Erwachsene und Kinder. Die Tendenz bei den Senioren ist stabil. Für junge Erwachsene gilt: 103 wurden im Straßenverkehr verletzt. Das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 2006. Besonders hoch ist das Risiko auf fünf Straßen im Stadtgebiet: An der Spitze steht die Untergath in Höhe Hauptstraße mit 17 Unfällen (Vorjahr 6), bei denen es Verletzte gegeben hat oder hoher Sachschaden entstanden ist. Es folgen die Berliner Straße an der Bundesautobahn, der Europaring an der Einmündung Rennbahn, die Kempener Allee Höhe Horkesgath und die Oppumer Straße am Dießemer Bruch mit jeweils sechs Unfällen (im Vorjahr jeweils fünf).

Für die These, dass es auf Krefelds Straßen ruppiger zugeht, sprechen andere Analysen: So hat sich die Zahl der Unfallflüchtigen auf 1730 erhöht. Das sind im Mittel fast fünf Unfallfluchten pro Tag. Die Aufklärungsquote liegt bei 46,6 Prozent und ist wie die Fallzahl auch leicht gestiegen. 69 Mal suchte der Fahrer oder die Fahrerin nach einem Zusammenstoß das Weite, obwohl sich bei dem Unfall Menschen verletzt hatten.

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Von den 69 Fällen konnten die Beamten 47 klären (Aufklärungsquote 68,1 Prozent). Unfallflucht ist eine Straftat. Sie machen im Verkehrsdezernat den größten Anteil aus. Darüber hinaus müssen sich die Ermittler beispielsweise um Fahren ohne Führerschein (241 statt 355 Fälle), Fahren eines Fahrzeugs ohne Haftpflichtversicherung (170 statt 181 Fälle), Alkohol am Steuer (109 statt 149), Nötigung (73 statt 69), Beleidigung (50 statt 63), gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (34 statt 26), Kennzeichenmissbrauch (17 statt 15), Gefährdung des Straßenverkehrs durch grob verkehrswidriges oder rücksichtsloses Fahren (27 statt neun) und Urkundenfälschung (106 statt 108) kümmern.

Die Versuche, mit fingierten Unfällen die Versicherungen zu betrügen, haben um gut 36 Prozent stark zugenommen. 71 statt 52 Mal ist die Polizei solchen Betrügern beim Vortäuschen einer Straftat auf die Spur gekommen.

Hauptunfallursachen sind wie in den Jahren zuvor Fehler beim Abbiegen und Wenden (34 Prozent), Vorfahrt gewähren (29 Prozent) und falsches Verhalten gegenüber Fußgängern (zwölf Prozent). Überhöhte Geschwindigkeit war in fünf Prozent der Fälle für einen Unfall ursächlich.

Interessant: Die Polizei hat 2017 genau 3295 Schwertransporte begleitet. Die Zahl hat sich fast vervierfacht und natürlich mit der Ansiedlung des Schwertransportbetriebs Felbermayer im Krefelder Hafen zu tun.

(sti)