Krefeld: Jazzklub gewinnt Bundesmusikpreis

Krefeld: Jazzklub gewinnt Bundesmusikpreis

Zum dritten Mal in Folge ist der Krefelder Verein gestern mit dem "Applaus"-Preis für herausragende Musikveranstaltungen ausgezeichnet worden. Der Preis kommt pünktlich zum Krefelder Jazzherbst.

Es ist eine Punktlandung: Mitten in den 1. Krefelder Jazzherbst, mit dem der Jazzklub seine zehnjährige Kooperation mit dem Theater bei "Jazz im Glasfoyer" feiert, kam die Nachricht. Die Krefelder sind einer von 64 Veranstaltern bundesweit, die gestern von Staatsministerin Professor Monika Grütters mit dem "Applaus 2015" ausgezeichnet wurden.

"Wir sind schon ein bisschen stolz", sagt Martina Heffels, Vorsitzende des Jazzklubs. Denn den mit 5000 Euro dotierten Preis für Programmreihen mit mindestens zehn Liveveranstaltungen im Jahr, haben die Krefelder zum dritten Mal geholt. Unter 300 Bewerbern hat die Fachjury der Initiative Musik unter Vorsitz von Professor Dieter Gorny 64 Preisträger ermittelt. Bisher lief der Wettbewerb unter dem Namen Spielstättenprogrammpreis. "Mit dem neuen Namen für unseren Preis 'APPLAUS - Auszeichnung der Programmplanung unabhängiger Spielstätten' wollen wir den kulturpolitischen Wert kleinerer bis mittlerer Musikclubs für die kulturelle Vielfalt in Deutschland hervorheben", betont Grütters. "Denn: Für junge, aufstrebende Musiker sind vor allem die kleinen Clubs mit ihren qualitativ hochwertigen und innovativen Programmen wichtige Orte, um sich künstlerisch zu entwickeln, neue Fans zu gewinnen und ihre Kreativität auch finanziell abzusichern. Zugleich tragen diese Clubs entscheidend zur soziokulturellen Vernetzung lokaler Rock-, Pop- und Jazzmusikszenen bei. Das ist jeden Applaus wert."

  • Frühwarnsystem : Neue Sirenen: Testalarm erschreckt ahnungslose Anwohner

376 Mitglieder zählt der Jazzklub zurzeit. Sein Programm der Top-Konzerte, zu denen unter anderem die Foyer-Reihe gehört, aber auch das Konzert auf Burg Linn zum International Jazz Day, fordern großen Einsatz. "Wir schauen schon auf richtungsweisenden Jazz, folgen nicht dem Mainstream, sondern gehen lieber mal ein Risiko ein. Das wird honoriert", sagt Heffels. Und oft habe der Jazzklub einen feinen Riecher bewiesen: Die Pianisten Michael Wollny und Pablo Held, Saxofonist Marius Neset, Allrounderin Angelika Niscier oder auch Rudresh Mahanthappa waren schon früh zu Beginn ihrer großen Karrieren auf der Jazzklub-Bühne. "Es gibt für uns nur zwei Gründe, jemanden ein zweites Mal einzuladen", sagt Heffels. "Entweder hat der Künstler sich massiv weiterentwickelt oder ein Jubiläum."

Das nächste Konzert ist ein Doppelkonzert im "Krefelder Jazzherbst": Am Freitag, 6. November, gastieren Niescier/Zanchini/Senni und anschließend das Simon Seidl Trio im Theater-Glasfoyer. Beginn 20 Uhr, Eintritt 18 Euro, ermäßigt 12 Euro.

(RP)
Mehr von RP ONLINE