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Jannis Niewöhner aus Krefeld spielt Hauptrolle in "Der Überläufer"

Mittwoch in der ARD : Jannis Niewöhner spielt Hauptrolle in "Der Überläufer"

Schwerer Stoff ist für den Krefelder Schauspieler Jannis Niewöhner stets eine Herausforderung. Dass er Charaktere in Extremsituationen mit Bravour zu verkörpern weiß, hat ihm bereits zahlreiche Preise und die Anerkennung bekannter Regisseure und namhafter Kollegen von Film und Fernsehen eingebracht.

Jannis Niewöhner kommt in die Wohnzimmer. Der in Hüls geborene Schauspieler macht’s dem Fernsehzuschauer nicht leicht. Der 28-jährige, vielfach preisgekrönte Darsteller verkörpert in seiner Hauptrolle einen Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg, der die Fronten wechselt und einen Kampf mit seinem Gewissen austrägt. Die Liebe zu einer Polin stürzt ihn dabei in ein noch größeres Gefühlschaos.

75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs zeigt die ARD jeweils ab 20.15 Uhr den Zweiteiler morgen und am kommenden Freitag. Die bewegende Fernsehproduktion ist in erster Linie ein unter die Haut gehendes Kriegsdrama über den ewigen Konflikt zwischen Pflicht und Gewissen und den alltäglichen Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs, aber auch ein fesselndes Stück Zeitgeschichte.

Im letzten Kriegssommer 1944 strandet der junge Wehrmachtssoldat Walter Proska (Jannis Niewöhner) auf dem Weg Richtung Ostfront bei einem Haufen versprengter deutscher Soldaten. Auf verlorenem Posten und von den eigenen Truppen aufgegeben, erteilt der sadistische Unteroffizier Willi Stehauf (Rainer Bock) ihnen im Niemandsland der polnischen Wälder immer menschenverachtendere Befehle.

Die Begegnung mit der jungen polnischen Partisanin Wanda (Malgorzata Mikolajczak) und intensive Gespräche mit seinem Kameraden Wolfgang Kürschner (Sebastian Urzendowsky) lassen Proska immer stärker an der Richtigkeit seines Auftrags zweifeln. Als die Rote Armee näher rückt, gerät der junge Soldat in Kriegsgefangenschaft und kann sich nur noch retten, indem er zum Feind überläuft …

Das herausragende Schauspieler-Ensemble um Jannis Niewöhner (Narziss und Goldmund, Asphaltgorillas, Beat), Katharina Schüttler (Unsere Mütter – unsere Väter, Zeit der Kannibalen), Leonie Benesch (Babylon Berlin, The Crown), Malgorzata Mikolajczak, Rainer Bock (Atlas, Das Boot), Florian Lukas (Good Bye Lenin!, Weissensee), Sebastian Urzendowsky (Borgia, Der Turm), Bjarne Mädel (Der Tatortreiniger, 25 km/h), Alexander Beyer (Deutschland 83 und 86, Inside Wikileaks) oder Ulrich Tukur (John Rabe, Rommel, Tatort) ist bis in die kleinste Nebenrolle hochkarätig besetzt und bietet darstelle­rische Glanzleistungen in der anspruchsvollen Produktion, die von Regisseur Florian Gallenberger (Colonia Dignidad, John Rabe, Quiero ser) detailgetreu und überzeugend in Szene gesetzt wurde. Gallenberger: „‚Der Überläufer‘ behandelt Themen, die besonders heute wieder von großer Relevanz sind.“

Die Adaption von Der Überläufer basiert auf dem gleichnamigen Bestseller-Roman des mehrfach ausgezeichneten deutschen Schriftstellers Siegfried Lenz (1926-2014), einem der renommiertesten und bekanntesten deutschsprachigen Erzähler der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur (Deutschstunde, Heimatmuseum, So zärtlich war Suleyken) und erzählt die Geschichte des jungen Soldaten Walter Proska, der beginnt, den Sinn des Krieges in Frage zu stellen, und fragt, wer der wirkliche Feind ist und ob er seine Pflicht erfüllen oder seinem eigenen Gewissen folgen soll.

Lenz schrieb Der Überläufer bereits 1951, doch der Verlag zog die bereits gegebene Veröffentlichungszusage aus politischen Gründen zurück. 2016 wurde der Roman dann schließlich posthum veröffentlicht, vielerorts als Meisterwerk aufgenommen und belegte mehrere Wochen Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste.

Überläufer-Drehbuchautor Bernd Lange: „Lenz’ Buch ist ein Schlüsselroman über Wehrmachtssoldaten im Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig haben der Blick des 25-jährigen Lenz auf das Nachkriegsdeutschland, auf die deutsch-deutsche Teilung und seine Frage nach der Schuld derjenigen, die das Land wieder aufgebaut haben, aus heutiger Perspektive fast hellseherische Qualität.“

Am 8. Mai jährt sich das offizielle Ende des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal. Anlässlich dieses Ereignisses veröffentlicht Pandastorm Blu-ray und DVD des Mehrteilers.