Krefeld: Jagdschloss: Stuck fällt von der Decke

Krefeld : Jagdschloss: Stuck fällt von der Decke

Kiloschwere Deckenteile sind im Marianne-Rhodius-Zimmer plötzlich zu Boden gefallen. Die Ursachen sind noch unklar. Das Trauzimmer ist bis auf weiteres gesperrt, die angemeldeten Brautpaare sind über die Alternativen informiert.

Im denkmalgeschützten Jagdschloss Burg Linn sind rund zwei Meter des mit Stuck verzierten Gesimses von der Decke zu Boden gestürzt. Die Bauaufsicht hat das für Trauungen genutzte Marianne-Rhodius-Zimmer für Besucher daraufhin sofort gesperrt. Die herabgefallenen Teile seien kiloschwer, beschreibt Stadtsprecher Dirk Senger das offensichtliche Gefahrenpotenzial für Standesbeamte, Hochzeitspaare und Gäste.

Die Stuckverzierungen im Jagdschloss haben Denkmalwert. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Darüber hinaus müsse aber auch die eigentliche Schadensursache noch geklärt werden. Bislang können die Fachleute des Zentralen Gebäudemanagements der Stadtverwaltung nicht absehen, ob womöglich weitere Teile der Decke abzustürzen drohen.

Es habe weder ein Erdbeben gegeben, noch seien Bautätigkeiten im Gange, beschrieb Christoph Dautermann, stellvertretender Museumsleiter Burg Linn gestern auf Anfrage unserer Zeitung die derzeitige Ratlosigkeit. Risse gebe es immer, das sei bei historischen Gemäuern nichts Besonderes. Dass aber Putz und eichelfriesverzierte Stuckelemente zu Boden knallen, muss seinen Grund haben. Feuchtigkeitsschäden schließe er aus. "Das Jagdschloss ist frisch saniert", berichtet Dautermann. Aus Mitteln des Konjunkturpakets II ist das Dach seinerzeit erneuert worden, eine Kernsanierung hat es 1999 gegeben.

Brautpaare schriftlich informiert

Welche finanziellen Belastungen womöglich auf die Stadt zukommen, ist noch nicht absehbar. Erst nach der Ursachenforschung für den aktuellen Schaden, so Senger, wäre es möglich, die Kosten zu beziffern und mögliche Schritte zur Beseitigung der Mängel zu benennen. Bis zur Aufhebung der Nutzungssperre soll das bereits instandgesetzte Kurfürstenzimmer für Trauungen zur Verfügung stehen. Die angemeldeten Brautpaare würden derzeit schriftlich über die notwendige Veränderung informiert.

Ratsherr Wilfried Bovenkerk forderte am Mittwoch für die SPD-Fraktion, einen umfangreichen Sachstandsbericht auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Denkmalausschusses am Donnerstag, 11. Juli, zu setzen. Des Weiteren soll in der Sitzung der Zustand der historischen Burgmauer in Linn erörtert werden.

Vor zwei Jahren, so Bovenkerk, sei damit begonnen worden, die baufällig stehende historische Mauer der Linner Vorburg in Kooperation zwischen Jobcenter, dem Museum Burg Linn, dem Förderverein sowie den Bildungszentren des Baugewerbes (BZB) sanieren zu lassen. Durch diese Reparaturarbeiten konnte das Erscheinungsbild eines Teils der Burgmauer wieder hergestellt werden. "Die Gerüste stehen noch an der Mauer, die Arbeiten sind jedoch vor einiger Zeit gestoppt worden. Das ist angesichts der Bedeutung dieser aus dem 14. Jahrhundert stammenden, unter Denkmalschutz stehenden Mauer sehr bedauerlich. Wir wollen wissen, ob und wie es mit der Sanierung weitergeht", erklärt Bovenkerk.

Die Christdemokraten verlangen Aufklärung vonseiten der Verwaltung in der Sitzung des Kulturausschusses am Dienstag, 2. Juli. Sie fragen nach Ursachen, Kosten und den Zeitraum für die Reparatur.

(RP/rl/anch)
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