Jacob Reuven feiert in Krefeld großen Erfolg als Gastsolist bei den Niederrheinischen Sinfonikern

Konzerte in Krefeld : Solo für Mandoline: Riesiger Publikumserfolg im Sinfoniekonzert

Der israelische Musiker Jacob Reuven ist Gastsolist der Niederrheinischen Sinfoniker. Am Pult steht Gastdirigent Pavel Baleff. Warum man das nicht versäumen sollte.

Das „außergewöhnliche Soloinstrument“ ist in dieser Konzertsaison der Niederrheinischen Sinfoniker die eher unscheinbare Mandoline. Sie entpuppte sich jetzt beim Konzert im Seidenweberhaus – selbstverständlich verstärkt – als erstaunlich klangvoll und neben den sie begleitenden Streichern als durchaus ebenbürtig.

Das lag in erster Linie allerdings daran, dass beim Sinfoniekonzert ein erstklassiger Virtuose das Instrument in Händen hatte: Jacob Reuven. Der in Fachkreisen sehr geschätzte israelische Musiker hatte das Mandolinenkonzert seines Landsmanns Avner Dorman (geb.1975) für sein Debüt am Niederrhein vorgeschlagen. Hier verwendet der in Amerika lebende Komponist alle nur denkbaren Spieltechniken einschließlich des für Mandolinen typischen Tremolos. Sein knapp 20-minütiges Opus enthält Einflüsse des Barock, des Blues, der klassischen Moderne und fernöstlicher Musik. Reuven bewältigte selbst technisch Extremes mit müheloser Brillanz und unerschütterlicher Souveränität – rücksichtsvoll begleitet von einer Streicherauswahl der Niederrheinischen Sinfoniker.

Zwei Zugaben erbat sich das spürbar begeisterte Publikum.

Pavel Baleff, Chef der Baden-Badener Philharmoniker, stand als Gastdirigent am Pult der Niederrheinischen Sinfoniker. Er hatte nach eigener Aussage viel Probezeit darauf verwandt, die Musiker des Orchesters davon zu überzeugen, dass sich in der Orchestersuite „Pulcinella“ von Igor Strawinsky, in der der russische Komponist barocke Themen nach eigenen Vorstellungen abwandelt, jeder als Solist fühlen sollte. Das dürften sich die Instrumentalisten sehr zu Herzen genommen haben, denn sie bewältigten ihre oft immens schweren Soli (die häufig bei Probespielen verlangt werden) allesamt makellos. Stimmungsvolles wechselt in diesem interessanten Opus mit belebten Passagen – manches klingt wie andachtsvolle Adventsmusik.

Balsam für die Seele war schließlich die Sinfonie Nr. 31 D-Dur „Mit dem Hornsignal“ von Joseph Haydn, die Baleff sowie vier reich beschäftigte, fein abgestimmte Hörner und eine kleine Orchesterbesetzung einschließlich Cembalo (Zeynep Artun- Kircher) mit Hingabe zelebrierten. Stellvertretend sei der zweite Satz (Adagio) genannt. Hier wetteiferten Konzertmeister Fabian Kircher und der Solocellist Gishlain Portier in schönsten Kantilenen. Auch Soloflötist Dario Portillo Gavarre steuerte blitzende Tongirlanden bei. Diese frühe Haydn- Sinfonie, die leider selten einmal in Programmen erscheint ist, gehört unbedingt zu den Kleinodien des oft verkannten Meisters. Das Krefelder Publikum erkannte den Wert des Werkes und dankte Pavel Baleff und seinen Mitstreitern nachdrücklich für diesen Abend, den man nicht versäumen sollte.

Zweites Konzert: Freitag, 13. Dezember, 20 Uhr, Seidenweberhaus. Einführung: 19.15 Uhr. Kartentelefon 02151 805125.