1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Krefeld: Israelische Brüder Schapira kaufen Schwanenmarkt

Krefeld : Israelische Brüder Schapira kaufen Schwanenmarkt

Der Hamburger Projektentwickler ECE und der US-Investor Blackpool trennen sich vom Krefelder Einkaufszentrum.

Die israelischen Brüder Pinchas und Samuel Schapira haben den Krefelder Schwanenmarkt gekauft. Der Hamburger Projektentwickler ECE, der mit dem US-Investor Blackpool zuletzt Eigentümer des Schwanenmarktes war, teilte gestern mit, dass er das Einkaufscenter verkauft hat.

Pinchas (l.) und Samuel Schapira in Weil am Rhein. Foto: Verlagshaus jaumann

Einen konkreten Käufer nannte ECE nicht. In der gestern veröffentlichten Pressemitteilung hieß es, der Schwanenmarkt sei an ein "internationales Family Office" verkauft, welches mehrere Shopping Center betreibt. Indirekt wurde aus informierten Kreisen bestätigt, dass es sich bei dem Käufer um die israelischen Brüder handelt, die auch in anderen Städten in Deutschland investieren - unter anderem im Zusammenhang mit dem Dinslakener Seniorenzentrum-Betreiber Stella Vitalis zuletzt in ein Seniorenzentrum in Weil am Rhein. Dort nahmen die Brüder auch an der Eröffnungszeremonie teil.

Zuletzt gehörte der Schwanenmarkt dem US-Investor Blackstone und dem Hamburger Projektentwickler ECE aus dem Otto-Konzern. Am 30. Juni 2014 soll das Objekt auf die neuen Eigentümer übergehen. Der Schwanenmarkt verfügt über 11100 Quadratmeter Verkaufsfläche mit rund 40 Shops, 760 Quadratmeter Bürofläche sowie 220 Wohnungen. Er wurde 1976 eröffnet und wird seit 2006 von einer Tochtergesellschaft der ECE betrieben.

Fünf Mitarbeiter sind für das Schwanenmarkt-Management tätig. Sie wollten sich zum Verkauf nicht äußern. Ein Sprecher von ECE sagte unserer Zeitung: "Es ist das gemeinsame Ziel beider Vertragsparteien, gemeinsam mit den Mitarbeitern eine für alle beteiligten Parteien zufriedenstellende Lösung zu finden - die erforderlichen Gespräche laufen." Veränderungen für die Mieter - größtenteils sind es frühere Sozialwohnungen, erwarte er nicht: "Die Wohnungen befinden sich seit 2008 nicht mehr in der Sozialbindung. Insoweit wird durch den Eigentümerwechsel aus unserer Sicht keine Veränderung eintreten."

Das Schwanenmarkt-Center war Teil des "Brune-Portfolios", welches ein Gemeinschaftsunternehmen aus der amerikanischen Bank Merrill Lynch (88 Prozent) und ECE (12 Prozent) 2006 vom Düsseldorfer Centerentwickler Walter Brune gekauft hatte. Der Mehrheitsanteil von Merrill Lynch wurde inzwischen von Blackstone übernommen. Zu diesem Portfolio gehören auch das RheinRuhrZentrum Mülheim, die Kö-Galerie Düsseldorf sowie die Opernpassage Köln. Die Kö-Galerie wurde vor wenigen Tagen von der Allianz Real Estate gekauft; die Opernpassage Köln wurde von der ECE zu einem Geschäftshaus umstrukturiert und bereits im Herbst 2012 an Privatinvestoren veräußert. Das RheinRuhr-Zentrum Mülheim soll weiter von Blackstone und ECE gehalten werden.

Unsere Zeitung fragte gestern auch bei ECE in Hamburg an, warum der Schwanenmarkt verkauft wird. Ein ECE-Sprecher erklärte dazu: "Die Haltezeit des gesamten Brune-Portfolios war von Beginn an auf fünf bis sieben Jahre beschränkt gewesen - insofern entspricht der Verkauf den vereinbarten strategischen Zielen."

(sep)