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Investoren für die Grotenburg in Krefeld gesucht

Sport in Krefeld : Investoren für die Grotenburg gesucht

Die Stadt Krefeld kann nur die Basissanierung stemmen, so dass in dem Stadion Drittligafußball möglich ist. Sollte der KFC Uerdingen jedoch aufsteigen, was das Ziel des Vereins ist, so benötigt die Stadt finanzielle Hilfe.

Eigentlich hatte sich Oberbürgermeister Frank Meyer das alles etwas anders vorgestellt. Eigentlich wollte er im Seidenweberhaus feierlich die Genralplanung zur Ertüchtigung des Grotenburgstadions präsentieren – coram publico, vor Bürgern, Sportintersssierten und Fans des KFC Uerdingen. Doch wie alle städtischen Veranstaltungen fiel auch diese dem Coronavirus zum Opfer. „Aber wir wollten den Termin nicht noch einmal verschieben und haben daher dieses ungewöhnliche Format gewählt“, sagte Meyer zu Beginn des Treffens, das die Öffentlichkeit nicht nur via Internet verfolgen, sondern über diesen Weg auch Fragen stellen konnte. Mit einigen blieb sie ratlos zurück.

Zum Auftakt stimmte Meyer das Hohe Lied auf den Fußball-Drittligisten und seinen Präsidenten Mikhail Ponomarev an. „Die Entwicklung ist überaus erfreulich“, sagte der OB. Dass dem KFC dank der Unterstützung von Ponomarev und seinem Netzwerk der Aufstieg von der fünften in die dritte Liga gelungen ist, wertet Meyer positiv: „Das ist gut, dass Krefeld wieder in der Publikumssportart Nummer eins vertreten ist, gut für die Identifikation mit der Stadt, ihr Image und Marketing.“

Ponomarev erwies sich als guter Gast und kritisierte nicht etwa die Stadt ob der sich doch arg hinziehenden Sanierungsarbeiten. Die Situation für Trainer und Spieler sei schwierig, ebenso für die Organisation. „Das war auch bei der Verpflichtung von Trainer Stefan Krämer ein wichtiges Thema, aber ich glaube und hoffe, dass wir bald wieder in der Grotenburg spielen können.“ KFC-Geschäftsführer Frank Strüver wies darauf hin, dass der KFC mit einer Ausnahmegenehmigung in Düsseldorf spielt und in der Diaspora schwindende Zuschauerzahlen verzeichnet.

Matthias Schöner vom beauftragten Planungsbüro Albert Speer und Partner in Frankfurt präsentierte den bisherigen Plan. In der Saison 2021/22 soll im Grotenburgstadion Drittligafußball gespielt werden können. 10.868 Zuschauer sollen dann dort Platz finden. Es werden 7.000 Sitzplätze für KFC-Fans geschaffen, 1.200 für auswärtige sowie 1540 Stehplätze für Uerdinger und 500 für die Gäste; zudem 480 Businessseats. Außerdem präsentierte Schöner die Pläne für eine Leitzentrale, Sektorenbereich, TV-Compound, Hospitality und die neue zu schaffende Polizeiwache mit Stellplätzen für Fahrzeuige, Büro, Gewahrsamsbereich und einiges mehr. „Wir stehen ständig in Kontakt zum Deutschen Fußba--Bund“, sagte Schöner mit Blick auf all die Anforderungen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Ob der Zeitplan und der Kostenrahmen eingehalten werden können, ist allerdings ungewiss. Schließlich könnten bei der Sanierung von Altbauten immer Komplikationen auftreten. „Der Stadtrat hat elf Millionen Euro zur Verfügung gestellt“, sagt Meyer. „Er hat ein klares Bekenntnis abgegeben, dass wir zum Stadion und zum KFC stehen. Und sollten Kostensteigerungen entstehen, muss sich der Stadtrat wieder damit beschäftigen. Wir haben solide geplant, aber es gibt Risiken.“ In dem Zusammenhang wies Sportdezernent Markus Schön ausdrücklich darauf hin, dass die vom Rat beschlossenen Investitionen für den Breitensport in Höhe von 14,5 Millionen Euro völlig unabhängig davon seien.

Doch was passiert, wenn der KFC im Sommer oder in einem Jahr in die Zweite Liga aufsteigen sollte? „Die Stadt kann die Sanierung des Grotenburg-Stadions stemmen, so dass den Anforderungen der Dritten Liga genügt“, sagte Meyer. Darüber hinaus sei er gerne bereit, mit Investoren zu reden. „Gespräche gibt es.“

Matthias Schöner eilte zu Hilfe. Im Grotenburgstadion würden jetzt die Basisarbeiten ausgeführt. „Darauf kann man dann aufbauen.“

Ponomarev und sein Netzwerk gehören nicht zu den interessierten Investoren. „Wir können nicht überall investieren“, sagte er. „Wir helfen der Mannschaft und dem Nachwuchs. Mit den A-Junioren wollen wir in die Bundesliga aufsteigen. Wünsche haben wir viele, aber es geht nicht alles.“

Auch die Trainingsbedingungen für die erste Mannschaft und die Jugend wurden thematisiert. Die Profis sollen ab Sommer für ein Jahr auf der ehemaligen Bayer-Anlage am Löschenhofweg trainieren können. „Da gibt es eine Absichtserklärung“, sagte Sportdezernent Schön. „Wie es danach weitergeht, muss man sehen.“ Dass ab Sommer der Kunstrasenplatz vor der Grotenburg nicht mehr zur Verfügung steht, stellt den KFC-Nachwuchs vor ein großes Problem. „Aber ich bin optimistisch, dass wir auch das Problem lösen. Wir werden geeignete Möglichkeiten finden.“

Bei all der versprühten Zuversicht bewies Oberbürgermeister Meyer, der als bekennender KFC-Freund eine blau-rote Krawatte trug, auch Fachkenntnis. Die Frage eines Fans, ob „Block L singing area“ bleibe, antwortete das Stadtoberhaupt: „Das ist Block K, der Franz-Raschid-Block.“ Geoutet, gepunktet – nur die Probleme noch nicht gelöst.