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Krefeld: Investitionsschub in Krefelder Industrie

Krefeld : Investitionsschub in Krefelder Industrie

Die Krefelder Industrie hat im Jahr 2013 zehn Prozent mehr investiert als noch im Vorjahr. IHK-Chef Dieter Porschen sagt: "Investitionen der Unternehmen sind die Arbeitsplätze von morgen." Die Zahlen für 2014 drohen aber schlechter zu werden.

Eine neue Statistik des Landesamtes IT NRW macht leichte Hoffnung für den Krefelder Arbeitsmarkt. Die Investitionen der Industrie sind demnach in Krefeld in den vergangenen Jahren gegen den Landestrend deutlich gestiegen. In Krefeld stieg die Höhe der Industrie-Investitionen im Vergleich 2013 zum Vorjahr um 10,4 Prozent, im Landesschnitt sank sie hingegen um 0,6 Prozent. Investierte die Industrie in Krefeld im Jahr 2011 noch 195 Millionen Euro und im Jahr 2012 insgesamt 190 Millionen Euro, so stieg die Höhe der Investitionen auf 210 Millionen Euro im Jahr 2013.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Porschen, von unserer Zeitung mit den Zahlen konfrontiert, sagt: "Investitionen sind die Arbeitsplätze von morgen. Für die Zukunft von Wirtschaftsstandorten sind die Investitionen ein wichtiger Indikator."

Ralf Köpke, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Krefeld, bewertet generell die Steigerung des Investitionsvolumens in Krefeld für das Jahr 2013 als eine "positive Überraschung". Er sagt: "Unternehmen, die investieren, zeigen in der Regel auch ein Bekenntnis zum Standort und zur Zukunftsfähigkeit. Die Steigerung des Investitionsvolumens um 10,4 Prozent von 2012 auf 2013 beträgt in absoluten Zahlen 20 Millionen Euro."

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Generell zeigt die Statistik aber auch einen Rückgang der Industriebetriebe in Krefeld: Waren es 2011 noch 116 Betriebe, so sank die Zahl in 2013 auf nur noch 113 Betriebe. Rückläufig ist in Krefeld auch die Beschäftigenzahl - statt 20476 Beschäftige in der Industrie im Jahr 2011 arbeiteten in 2013 nur noch 20001 Beschäftigte in diesem Segment. Auffällig: In NRW stieg die Zahl der Industriebeschäftigten im Vergleichszeitraum ebenso wie die Zahl der Betriebe. Ein aufstrebender Arbeitsmarkt lässt sich also aus den Investitionen nicht direkt ableiten. Es müsse auch die Anzahl der Betriebe betrachtet werden, die für die Erhöhung gesorgt haben, sagt Köpke: "Denn die Anzahl der Unternehmen wie auch die Beschäftigtenzahlen sind im gleichen Zeitraum gesunken".

Die aktuellen Entwicklungen für das Jahr 2014, so Köpke, wiesen außerdem wieder in eine andere Richtung: "Durch den Rückgang der Aufträge insbesondere im Stahlbereich, aber auch im Maschinenbau erwarten wir eine gegenläufige Entwicklung." Eine Bewertung der wirtschaftlichen Situation des Industriesektors an der Steigerung der absoluten Zahl von Investitionen auszurichten, sei zu kurz gegriffen. "Für 2014 werden die Beschäftigtenzahlen weiter zurückgehen, und wir konstatieren eine deutlich gedämpfte Investitionsbereitschaft."

Investitionsmotoren 2013 waren in Krefeld die chemische Industrie und das Segment Fahrzeug- und Schienenbau - investitionsfreudige Unternehmen waren etwa Bayer, Currenta, Siempelkamp und Siemens. Selbst in der Krefelder Stahlindustrie sei trotz Krise investiert worden, sagt IHK-Chef Dieter Porschen. Auch er wolle - ähnlich wie DGB-Chef Köpke - den Investitionsschub nicht überbewerten. "Der Vergleich mit NRW ist zudem schwierig, weil es in NRW im Vergleich zu Westdeutschland generell geringe Investitionskraft der Unternehmen gibt." NRW sei ein Land mit geringer Investitionsdynamik.

Dieter Porschen hat auch noch einen zweiten Referenzwert für die aktuellen Investitionen - die Investitionen pro Beschäftigtem. Investierten die Krefelder Industriebetriebe vor 2007/2008 noch 13 000 Euro pro Mitarbeiter, so sank die Zahl in der Wirtschaftskrise dramatisch, erholte sich dann 2009 und liegt jetzt in einer Größenordnung von 10 000 Euro pro Mitarbeiter. "Wir haben das Niveau von vor der Krise noch nicht erreicht", sagt Porschen.

(RP)