Krefeld: Integrationspreis für Pinguine-Nationalspieler

Krefeld: Integrationspreis für Pinguine-Nationalspieler

Die bundesweite Initiative "Hockey is Diversity" hat Mittwoch den türkisch-stämmigen Eishockey-Spieler Sinan Akdag ausgezeichnet

Als Martin Hyun und Peter Goldbach vor gut zwei Jahren die Initiative "Hockey is Diversity" gründeten, da war Sinan Akdag einer der ersten Eishockey-Spieler, der sich ihr angeschlossen hat. Der gebürtige Rosenheimer, Verteidiger bei den Krefeld Pinguinen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und in der Deutschen Nationalmannschaft, gilt als Musterbeispiel für gelungene Integration eines Migranten in den Sport, so eine Art Mesut Özil des Eishockeys.

Gestern nun wurde Akdag mit dem erstmals verliehenen Integrationspreis der Initiative ausgezeichnet. Verbunden ist der Glas-pokal mit einer Prämie von 1500 Euro, die der jeweilige Preisträger integrativen Projekten in seiner Stadt zukommen lassen soll. Akdag engagiert sich beispielsweise in der Aktion "Schulen gegen Rassismus", ist dabei Pate für das Krefelder Fichte-Gymnasium.

"Mit dem Preis wollen wir die Spieler motivieren, sich in der Stadt, in der sie spielen, zu engagieren, unabhängig von ihrer Vertragsdauer mit dem Verein. Sie sollen sich vollkommen mit ihrer Stadt identifizieren und sich in die Gesellschaft einbringen", erzählt der Gründer der Initiative, der ehemalige Profi-Spieler Martin Hyun. "Und Sinan ist ein Musterbeispiel für gelebte Integration in Deutschland."

  • Fotos : Das ist Sinan Akdag

Akdags Eltern waren seinerzeit aus der Türkei nach Deutschland gekommen, Sinan wurde in Bayern geboren. Dass ihr Sohn allerdings einmal Eishockey spielen wird, davon war damals keine Rede. "Mein Vater kannte Eishockey gar nicht. Zum Glück haben wir in der Nähe vom Eisstadion gewohnt. Darüber ist dann die Nähe zum Eishockey entstanden", erzählt der 23-Jährige. "Für mich ist die Auszeichnung eine Ehre. Wir sind die zweite Generation von Ausländern in Deutschland, und wir müssen Vorbild sein für die nächsten Generationen."

Dafür tritt auch die Initiative ein, in dem sie Eishockey-Spieler mit Migrationshintergrund unter anderem finanziell unterstützen will. "Die Ausrüstung ist teuer. Im Fußball brauchst du nur ein paar Schuhe, hier ist das doch deutlich mehr. Das ist etwas, wo ich helfen kann, zum Beispiel über meinen Ausrüster", sagt Sinan Akdag, der in der Vergangenheit nicht mehr benötigte Teile seiner Ausrüstung der Initiative zur Verfügung gestellt hatte. Nur den Glaspokal, den will er für sich behalten, erzählt er: "Der kommt bei mir ins Schlafzimmer."

(RP/rl)