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Krefeld: Insolvenzen: Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung nehmen zu

Krefeld : Insolvenzen: Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung nehmen zu

Die Zahl der Insolvenzen ist im ersten Halbjahr in der Stadt Krefeld um 19,6 Prozent gestiegen - gegen den Trend in Nordrhein-Westfalen und im Regierungsbezirk.

Die Entwicklung bei den Insolvenzen steht in der Stadt Krefeld im krassen Widerspruch zu der in Nordrhein-Westfalen und auch zu der im Regierungsbezirk Düsseldorf: Die Zahl der Insolvenzen in Krefeld hat sich im ersten Halbjahr gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 anders als in NRW deutlich erhöht. Die Zahl ist von 159 auf 169 gestiegen. Das entspricht einem Plus von 19,6 Prozent. Von der Entwicklung sind sowohl Unternehmen als auch Privatleute und ehemalige Selbstständige betroffen. Mit einem Anstieg um 26,7 Prozent sieht es bei zahlungsunfähigen und überschuldeten Unternehmen besonders schlecht aus. Aktuell 38 statt 30 Fälle im ersten Halbjahr 2016 listet das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) in seiner neuen Übersicht aus.

Das Mehr an Verbraucherinsolvenzen bewegt sich bei 22,4 Prozent. 120 Fälle sind beim Amtsgericht angemeldet worden. Im Vergleichszeitraum waren es 98. Für die ehemals selbstständig Tätigen liegt das Plus bei 16 Prozent und 29 statt 25 Fällen.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen insgesamt 14.064 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Wie die amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, waren das 8,1 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (damals: 15.300 Fälle). Die Höhe der voraussichtlichen Forderungen (das heißt alle Forderungen, die von den Gläubigern bis zum Zeitpunkt der Datenübermittlung an die Statistiker bei den Amtsgerichten angemeldet wurden) summierte sich im ersten Halbjahr 2017 auf 2,8 Milliarden Euro und war damit um 45,4 Prozent niedriger als von Januar bis Juni 2016 (damals: 5,1 Milliarden Euro).

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Der höchste Rückgang war mit 14,2 Prozent bei den Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen: Hatten im ersten Halbjahr 2016 noch 3427 Unternehmen einen Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt, so waren es von Januar bis Juni 2017 nur noch 2940. Die voraussichtlichen Forderungen reduzierten sich im ersten Halbjahr 2017 um mehr als die Hälfte und beliefen sich auf 2,0 Milliarden Euro (damals: 4,1 Milliarden Euro). Zum Zeitpunkt der Antragstellung waren von diesen Insolvenzen 17.206 Beschäftigte betroffen. Dabei ist zu beachten, dass IT.NRW nicht zu allen Insolvenzverfahren Angaben zu den betroffenen Beschäftigten übermittelt werden. Mehr als ein Viertel der beantragten Unternehmensinsolvenzen wurden mangels Masse abgewiesen (815 von 2940 Verfahren).

Neben den Unternehmen beantragten 11.124 weitere Schuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dabei handelte es sich in 9102 Fällen um Verbraucherinsolvenzen, zu denen zum Beispiel Arbeitnehmer, Rentner oder Arbeitslose gehören. Das waren 9,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (damals: 10.021 Fälle). Die Zahl der Insolvenzen von ehemals Selbstständigen stieg um 12,3 Prozent auf 1612 (damals: 1436 Fälle). Die übrigen 410 Insolvenzverfahren (Januar bis Juni 2016: 416 Fälle) betrafen Nachlässe, Gesamtgut und natürliche Personen als Gesellschafter.

(sti)