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In Krefeld gibt es eine hohe Akzeptanz für die Maskenpflicht beim Einkaufen

Corona in Krefeld : „Wir tragen Maske, weil Oma krank ist“

An Tag eins der Maskenpflicht in Geschäften ist die Akzeptanz unter den Krefeldern hoch. Auch wenn es für viele ungewohnt ist und manche bedauern, dass lächelnde Gesichter fehlen.

Gita Qorri hat ihren Kindern die Sache mit den Masken genau erklärt. „Man möchte doch den Schutz haben und bieten, gerade wenn man Kinder hat“, sagt die 30-Jährige. Dass die sechsjährige Dina und der dreijährige Mohammed seit gestern auch mit einem Mund-Nasen-Schutz in die Öffentlichkeit gehen, wäre keine Pflicht. „Sie finden es spannend, aber sie verstehen auch, dass es dabei um den Schutz gegen eine Krankheit geht“, berichtet Gita Qorri. Denn die Familie ist persönlich betroffen. „Meine Mutter hat wegen einer Covid-Erkrankung im Koma gelegen. Jetzt ist sie glücklicherweise wieder stabil. Aber wenn das so nah ist, sieht man den Ernst der Situation deutlich.“ Und wenn sie die Oma schon nicht im Krankenhaus besuchen können, tragen die Kinder ihretwegen wenigstens die Masken.

An Tag eins der Maskenpflicht beim Einkaufen ist das Bild in der City noch durchwachsen. Gut die Hälfte der Passanten auf der Hochstraße ist am Montag mit einem Mund-Nasen-Schutz unterwegs. Einige  tragen ihn in der Hand oder haben ihn griffbereit in der Tasche. Vielen Männern ist die „Maskerade“ offenbar unangenehm, sie ziehen das Schutzvlies meist sofort unters Kinn, sobald sie ein Geschäft verlassen. In den Läden geht es durchweg diszipliniert zu. „Vergangene Woche hatten schon 80 bis 90 Prozent der Kunden einen Munschutz. Das ist gar kein Problem, sagt Manuela Hagen, Filialleiterin der Buchhandlung Thalia. Was sie bedauert: „Im Handel gehört Lächeln zum Kundenkontakt. Das geht jetzt nur über die Augen, nicht mit dem ganzen Gesicht.“

Im Blumenladen „Alice im Blumenland“ am Ostwall hat Filialleiterin Tanja Emmel die Erfahrung gemacht, dass vor allem Jüngere mit den Schutzbestimmungen keine Probleme haben. „Heute halten sich alle an die Pflicht. In der vergangenen Woche aber waren vor allem die Älteren, diejenigen, die wir schützen sollen und wollen, unvernünftig“, sagt sie. Und: „Wenn die Politik die Mundschutzpflicht früher beschlossen hätte, wäre uns vielleicht die lange Schließung der Geschäfte erspart geblieben.“

Für Andrea Drache (58) kommt die Anordnung ziemlich spät. „Aber sie ist sinnvoll“, sagt sie und setzt mit bunten geschneiderten Masken modische Akzente. Foto: Petra Diederichs

Auch Christoph Borgmann von Intersport Borgmann und Sprecher der Interessengemeinschaft Hochstraße, hat am Montag festgestellt, dass sich die Krefelder an die Weisung halten. „Es ist auch sinnvoll, denn es ist ein Sicherheitsplus, um die Virenübertragung zu reduzieren. Aber ich merke auch, dass jetzt weniger Kunden kommen als in der vergangenen Woche. Vielleicht hält die Maskenpflicht doch den einen oder anderen ab.“

Wir müssen uns daran gewöhnen: So ist die einhellige Meinung unter den Krefelder Geschäftsleuten wie Kunden. „Ich rechne damit, dass es noch 15 Monate so bleibt“, meint Magdalene Schick. „Solange es keinen Impfstoff und keine wirksamen Medikamente gibt, muss es sein. Ich hoffe, dass die Leute vernünftig bleiben.“ Sie weiß, dass die eigene Maske sie selbst nicht schützt: „Das tue ich für andere. Ich weiß ja nicht, ob ich ansteckend bin.“

Magdalene Schick (80) hält die Maske für eine Pflicht anderen gegenüber: „Ich weiß ja nicht, ob ich ansteckend bin. Hoffentlich bleibe n die Leute vernünftig.“ Foto: Petra Diederichs

Der Situation kann Andrea Drache auch Positives abgewinnen: „Sie setzt Kreativität frei.“ Ihr sind die FFP-Masken mit Virenfilter unangenehm, sie bevorzugt Baumwolle, die sich prima waschen lässt. „Das ist wichtig für Frauen, die sich schminken.“ Auf den Lippenstift darunter möchte sie nicht verzichten. „Man kann modische Zeichen setzen“, sagt sie. Aber sie ist auch froh über die Pflicht: „Wenn man das Beispiel Asien sieht, dann ist sie schon sinnvoll, auch wenn sie eigentlich etwas spät kommt.“