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Impfen und Karlsplatz in Krefeld als Stärke und Schwäche der Stadt

Kommentar KR wie Krefeld : Impfen! – Karlsplatz?

Impfen gut – Stadtreinigung schlecht: Die Stadt zeigt unterschiedlich konsequentes Verhalten. Der Karlsplatz wird symbolischen Rang erhalten.

Manchmal haben Satzzeichen Aussagekraft genug, um den Stand der Dinge zu markieren.

Impfen also mit Ausrufungszeichen: Die Stadt und ihre Impfärzte machen einen guten Job. Ausreden, sich nicht impfen zu lassen, gibt es in Krefeld eigentlich nicht mehr. Es gibt  Impfstoff genug, es gibt Termine genug, und es gibt die Möglichkeit zu Spontanimpfungen im Impfzentrum auf dem Sprödentalplatz (täglich 8 bis 20 Uhr)  und am Mittwoch, 21. Juli, in der Stadt auf dem Neumarkt (14 bis 20 Uhr). Impfen bliebt nach Lage der Dinge die einzige Chance, sich und andere wirksam gegen Corona zu schützen – jetzt und in naher Zukunft bei der zu erwartenden vierten Welle. Der Nutzen überwiegt die Risiken bei weitem und ist statistisch überwältigend klar; „Impfen“, hat Krefelds Leitender Impfarzt Wilhelm Stutzinger einmal gesagt, „hat der Menschheit immer Segen und nie Gefahr gebracht.“

Auf diesem Feld handelt die Stadt bislang  entschlossen; zuletzt hat Stutzinger bei den AstraZeneca-Erstgeimpften erfreulich konsequent entschieden, dass sie beim Zweittermin mit einem anderen Impfstoff crossgeimpft werden und nicht noch einmal Astra bekommen – und zwar bevor das sich abzeichnende offizielle OK aus Düsseldorf kam. Diese Entschiedenheit wünscht man sich öfters aus dem Rathaus.

  • Symbolbild.
    Rees : Freies Impfen bei Praxis Balaom
  • Mit diesem Plakat wirbt die Stadt
    Impfen ohne Termin in der City : Stadt Krefeld bietet Corona-Impfung im Bus auf dem Neumarkt an
  • Von diesem Freitag an kann man
    Corona im Kreis Viersen : Impfzentrum: Ab sofort ganztägig ohne Termin

  Karlsplatz wiederum mit Fragezeichen: Was wird aus diesem Platz, der für 2,8 Millionen Euro hergerichtet wurde? Noch ist die Lage dort beherrschbar, die Tendenz zur Verwahrlosung  ist nur Tendenz. Aber dieser Platz wird symbolischen Rang erhalten: Schafft es die Stadt diesmal, einen Ort, der städtebaulich ein Impuls ist und die Sanierung des Kaiser-Wilhelm-Museums überhaupt erst abschließt, zu schützen? Ein Leser und Anwohner hat uns geschrieben: Paris wirke, obwohl Weltstadt mit viel mehr Menschen und massenhaft Touristen (die sich bekanntlich auch nicht immer ordentlich benehmen) viel gepflegter als Krefeld. Es geht um Pflege! Die Stadt hat es gerade am Theaterplatz vorgemacht: zweitägige Reinigungsaktion mit Desinfektion und Geruchshemmer. Die Frage ist,  ob das ein Einmalding bleibt – als PR-Aktion für Oberbürgermeister Frank Meyer, oder ob daraus eine nachhaltige Strategie wird, die vom Willen getragen ist, dass es wirklich besser wird in Krefeld.

Man scheut sich, das Wort Strategie zu benutzen. Wo  es stinkt  und Müll herumfliegt, heißt die Strategie schlicht Aufräumen und Putzen. Man muss es nur machen, wenn es stinkt. Der Karlsplatz zum Beispiel ist  vor allem am späten Nachmittag und am Wochenende das Ziel von bürgerlichen Besuchern. So liegt es nahe zu reinigen, bevor und nachdem Besucher da waren.

Und Graffiti muss man beseitigen, wenn sie da sind. Es ist bedauerlich, dass es asoziale Schmierfinken gibt, die die Welt mit ihrer Sprayer-Wand verwechseln. Hilft nix. Das Geschmiere  muss weg. Immer wieder.