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IHK-Umfrage: Relativ gute Konjunkturdaten für Krefeld

Wirtschaft : Relativ gute Konjunkturdaten für Krefeld

Laut IHK-Konjunkturumfrage hellt sich die Stimmung auf; in Krefeld melden aktuell nur noch 20 Prozent der Betriebe eine schlechte Geschäftslage. Sorgen bereitet der Wirtschaft die zweite Corona-Welle.

Gute Nachricht für Krefeld: Die Stadt weist in der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage in den Kammerbezirken Mittlerer Niederrhein und Düsseldorf besonders gute Daten auf. Die Bewertungen der Krefelder Unternehmen fallen positiver aus als in beiden Kammerbezirken zusammen, teilten beide Kammern mit. Im Gesamtgebiet melden mit 23 Prozent wieder etwas mehr Betriebe als noch zur Jahresmitte eine gute (+5 Punkte) und mit 32 Prozent deutlich weniger Betriebe eine schlechte Geschäftslage (-13 Punkte). Der Lageindikator – also die Differenz von Gut- und Schlecht-Meldungen – ist damit von seinem Rekordtief (-27 Punkte) deutlich auf jetzt nur noch -9 Punkte zurückgegangen. In Krefeld melden aktuell nur noch 20 Prozent der Betriebe eine schlechte Geschäftslage.

Insgesamt hellt sich die Stimmung  auf, die Zuversicht nimmt zu. „Weder die Corona-Pandemie noch die dadurch ausgelöste Wirtschaftskrise sind im Spätsommer 2020 bereits überwunden. Wirtschaftlich zeigen sich aber seit der Jahresmitte deutliche Erholungstendenzen“, sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Über viele Branchen hinweg sei die Mehrheit der Unternehmen zuversichtlich, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzt, ergänzt Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Gleichwohl befürchten die Unternehmen, dass es länger dauern wird, an das Vorkrisenniveau wieder anzuknüpfen. Voraussichtlich werde das vor 2022 nicht der Fall sein. An der Umfrage haben sich in der zweiten Septemberhälfte rund 850 Betriebe mit 82.500 Beschäftigten beteiligt, darunter rund 100 Unternehmen aus Krefeld.

Sorgen bereitet den Unternehmen  der neuerliche Anstieg der Corona-Zahlen. „Die gute Nachricht ist: Die Unternehmen lernen mehr und mehr, ihre Wirtschaftstätigkeit trotz der pandemiebedingten Restriktionen aufrechtzuerhalten“, sagt Berghausen dazu, „allerdings gibt es auch eine schlechte Nachricht: Das Infektionsgeschehen hat sich wieder so verschlimmert, dass statt weiterer Lockerungen erneut Einschränkungen verhängt werden mussten, die vor allem die Gastronomie, die Freizeit- und Eventbranche sowie den Tourismus schwer treffen.“

Erfreulicherweise schlagen die erwarteten Umsatzeinbrüche für das laufende Jahr nicht so stark zu Buche, wie noch im April prognostiziert. „Dennoch ist die  Wirtschaftslage alles andere als befriedigend“, sagt Berghausen. Folglich rechnen die Unternehmen mehrheitlich auch nicht mehr mit einer raschen Erholung. Nur etwa jeder fünfte Betrieb geht  davon aus, bereits zum Jahresende sein Vorkrisenniveau  erreicht zu haben. Im Juni war davon noch fast jeder Dritte ausgegangen. In Krefeld geben mit 19 Prozent  mehr Unternehmer an,  wieder auf dem Vorkrisenniveau arbeiten zu können. In den Kammerbezirken sind es  nur 15 Prozent. Für der Industriestandort Krefeld  wichtig: In der Industrie hat sich die Lage leicht entspannt, dennoch präsentiert sie sich mit dem zweitschlechtesten Wert der vergangenen zehn Jahre. 

Auch im schwer  getroffenen Einzelhandel hellt sich das Klima etwas auf, dennoch sind die Erwartungen der Einzelhändler weiterhin gemischt. Während Pandemie-Gewinner wie Baumärkte profitieren, gehören beispielsweise Bekleidungsgeschäfte zu den Verlierern.

 Unterm Strich wird die Pandemie-Krise Jobs kosten. In Krefeld planen zwölf Prozent der Betriebe, ihre Beschäftigtenzahl im Jahr 2021 zu erhöhen, rund 19 Prozent gehen dagegen von einem Stellenabbau aus. Damit liegt der Saldo, wie im Gebiet beider Kammern, bei -7 Punkten.

„Insgesamt dürfte die Unsicherheit über potenziell  schärfere Restriktionen und weniger Konsum in Folge von Arbeitsplatzsorgen  eine wesentliche Rolle spielen“, so Steinmetz. Verschärfte Emissionsziele beim Klimaschutz belasten die regionale Wirtschaft zusätzlich. „Der weltweit zunehmende Protektionismus, der vermutlich harte Brexit und die Entwicklung der USA nach den Präsidentschaftswahlen machen unseren international engagierten Unternehmen darüber hinaus das Leben schwer“, so Steinmetz.