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IHK stellt neuen Gründer-Report vor: 1691 Krefelder wagen den Schritt in die Selbstständigkeit

Wirtschaft in Krefeld : IHK stellt neuen Gründer-Report vor: 1691 Krefelder wagen den Schritt in die Selbstständigkeit

Gerade jetzt sei es wichtig, dass eine Gründerkultur gefördert werde, die Unternehmertum und Kreativität ermögliche, betonte Jürgen Steinmetz von der IHK.

Nach 23 Berufsjahren in der Arbeitnehmerüberlassung hat Alexandra Golonai sich entschieden, ihren eigenen Weg zu gehen, da sie im Rahmen ihrer Anstellung kein Entwicklungspotenzial mehr erkennen konnte. Sie hat sich getraut und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Sie gründete das Unternehmen „ALGO – Treffsichere Personallösungen“. Es vermittelt Arbeitskräfte auf Honorarbasis, berät Unternehmen und Führungskräfte im Bereich Personalführung und -entwicklung.

So wie Golonai haben sich im vergangenen Jahr 1691 Menschen in Krefeld selbstständig gemacht. Im gleichen Zeitraum haben auch 1495 Unternehmer ihre Firma aufgegeben. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren es 1736 Gründungen und 1732 Aufgaben. Damit verzeichnet Krefeld ein Minus von 2,59 Prozent bei den Gründungen und ein Minus von 13,68 Prozent bei den Aufgaben. Das sind die wesentlichen Kennziffern des Gründerreports 2020, den die IHK auf der Datenbasis des Landes NRW erarbeitet und am Freitag vorgestellt hat.

„Die Gesellschaft braucht Gründer. Menschen, die den Sprung in die unternehmerische Selbstständigkeit wagen, sind wertvoll für die Wirtschaft“, sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. „Sie bereichern den Markt mit neuen Produkten, Prozessen, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen, und sie sorgen für Wertschöpfung sowie für Arbeits- und Ausbildungsplätze.“ Angesichts der Folgen der Corona-Krise sei dies wichtiger denn je.

„Die gute konjunkturelle Lage der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass die Anzahl der Gründungen aus beruflichen Notlagen heraus abnimmt, aber gleichzeitig der Anteil der qualitativ hochwertigen und vielversprechenden Gründungen zunimmt“, erläutert IHK-Existenzgründungsberater Pascal Görigk. „Ob dieser positive Trend in Corona-Zeiten anhält, wird sich zeigen.“

Auch Alexandra Golonai hat die Folgen der Pandemie zu spüren bekommen. „Viele Unternehmen sind derzeit noch zurückhaltend beim Thema Neueinstellungen, da sie eine zweite Infektionswelle befürchten“, berichtet die Gründerin, die sich derzeit vor allem auf Beratungen und Coachings konzentriert.   Gerade jetzt sei es wichtig, dass eine Gründerkultur gefördert werde, die Unternehmertum und Kreativität ermögliche, betont Steinmetz. Jungunternehmer bräuchten Rahmenbedingungen, die es ihnen erlauben, sich voll und ganz auf Kunden und Produkte zu konzentrieren.

Bert Mangels (02151 635335) und Pascal Görigk (02161 241120) stehen beratend zur Verfügung.