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Krefeld: IHK-Offensive für "Heimat shoppen"

Krefeld : IHK-Offensive für "Heimat shoppen"

Mit der Kampagne "Heimat shoppen" möchte die IHK auf die Bedeutung eines starken Einzelhandels als Arbeitgeber und Motor für lebendige Innenstädte hinweisen. In Krefeld beteiligen sich sechs Werbegemeinschaften.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein möchte mit Partnern auf die Leistungen des stationären Einzelhandels (im Unterschied zum reinen Online-Handel) und den Wert des Einzelhandels für Stadt und Bürger aufmerksam machen. Für den 5. und 6. September ruft sie mit den Einzelhandels- und Dienstleistungsverbänden und den Werbegemeinschaften zu den Aktionstagen "Heimat shoppen" auf. Hintergrund ist ein Bündel von Trends, das den stationären Einzelhandel unter Druck setzt.

Die IHK will mit ihrer Aktion das Bewusstsein des Verbrauches dafür schärfen, dass der Einkauf vor Ort eine Fülle von Strukturen in der eigenen Stadt stärkt und stützt. Für Krefeld bedeutet das etwa: Im Krefelder Einzelhandel finden 6538 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Lohn und Brot (Statistik der Bundesagentur für Arbeit); das entspricht etwa 7,8 Prozent der Gesamtbeschäftigten in Krefeld. Der Wert liegt leicht über dem NRW-Schnitt von 7,5 Prozent.

Das "Heimat shoppen"-Erscheinungsbild ist in Krefeld, Mönchengladbach, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kreis Viersen gleich: Es gibt Flyer, Poster und Tüten in einheitlichem Design, die das Logo der Aktion tragen. Die Kampagne haben IHK, Einzelhandelsverbände und Werbegemeinschaften mit der Hochschule Niederrhein entwickelt.

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"Der inhabergeführte, stationäre Einzelhandel hat eine wichtige Funktion für das gesellschaftliche Zusammenleben vor Ort", sagt Heinz Schmidt, Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein. "Unter dem Motto ,Heimat shoppen' möchten wir die Bürger dafür sensibilisieren. Sie tragen nämlich mit ihrem Einkauf vor Ort zu ihrer eigenen Lebensqualität bei." Jeder Euro, der im Heimatort ausgegeben werde, komme der Gemeinde und damit den dort lebenden Bürgern zugute. "Einzelhändler und Gastronomen zahlen Gewerbesteuer, die überwiegend in der Gemeinde bleibt und somit die wirtschaftliche Grundlage der Heimat stärkt", so der IHK-Präsident. Nicht zu unterschätzen seien die Geschäfte und Gastronomen in ihrer Funktion als Arbeitgeber und Ausbilder. "Mit dem Einkauf vor Ort tragen die Bürger dazu bei, dass Angestellte und vor allem auch Auszubildende weiterhin die Chance erhalten, in der Heimat ihren Lebensunterhalt zu verdienen."

Auch viele Freizeitbeschäftigungen gäbe es ohne den lokalen Einzelhandel nicht. "Die Unternehmer unterstützen Schulen, Vereine, Brauchtumspflege, Feste und Events, die den Bürgern schöne Stunden bescheren", betont der IHK-Präsident, "diese finanzielle Gemeinwohlorientierung können sich die Einzelhändler und Gastronomen aber nur leisten, wenn ihr Geschäft floriert. Und dazu kann jeder Einzelne beitragen, wenn er in seiner Heimat shoppt."

Es ist nicht nur der Inline-Handel, der den Einzelhändlern zusetzt. Neben dem Internet nennt Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Krefeld-Kempen-Viersen, sinkende Besucherzahlen in den Einkaufslagen, verändertes Freizeit- und Konsumverhalten oder die Änderung der Altersstruktur.

Was Händlern und Stadtplanern Sorge bereitet, ist die sinkenden Frequenz in den Innenstädten: Die Leute gehen weniger in die Stadt. Das Institut für Handelsforschung (Köln) ermittelte, dass jeder dritte Verbraucher weniger in die Innenstadt fährt als früher.

Es gibt aber auch Chancen in dieser Umbruchsituation: Die IHK-Kampagne setzt auf das Einkaufserlebnis - der Gang in die Stadt hat eben mehr Erlebnisqualität als Klicks am Computer. Zudem gibt es beide Trends: Zum Frust der Einzelhändler gibt es Kunden, die im Geschäft die Beratung mitnehmen und dann im Internet einkaufen - diesen Weg gehen 11,4 Prozent der Kunden. Es gibt aber auch den umgekehrten Weg: 32,1 Prozent der Kunden informieren sich im Internet über ein Produkt und kaufen dann im Laden vor Ort. Zudem nutzen immer mehr Einzelhändler das Internet als zweiten Vertriebsweg.

Der Trend im Verbraucherverhalten ist eindeutig: Von 2007 bis 2013 ist der Anteil des Versandhandels am Einzelhandel von sieben auf gut elf Prozent gestiegen. Schätzungen gehen davon aus, dass sich dieser Anteil bis 2020 auf 20 Prozent erhöhen wird.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind sechs Einzelhändler aus Krefeld

(RP)