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IHK fordert: Rheinbrücke muss vierspurig ausgebaut werden

Rheinhafen : IHK: Rheinbrücke muss vierspurig werden

Die denkmalgeschützte Rheinbrücke wird immer mehr zum Nadelöhr: Ohne vierspurigen Ausbau leide die Krefelder Wirtschaft im Allgemeinen und der Hafen im Besonderen, erklärte Wolfgang Baumeister von der IHK bei einem Treffen im Krefelder-Container-Terminal mit dem Landtagsabgeordneten Marc Blondin. Die Stadt müsse eindeutige Signale nach Berlin senden.

Der Krefelder Hafen hat in den vergangenen Jahren eine rasante Aufwärtsentwicklung gemacht. Durch die Ansiedlung von Big Playern wie der Baumarktkette Bauhaus und der Handelsgesellschaft VGG hat sich der Containerumschlag am Hafenkopf beispielsweise verdoppelt. Auf 33.000 Quadratmetern finden pro Jahr 120.000 so genannte Handlings statt. Als Handling bezeichnen die Experten jeden Vorgang, bei dem ein Container angepackt und versetzt wird.

Mit der Entwicklung gehen Erfordernisse insbesondere im Flächenbedarf und der Infrastruktur einher. Vertreter der Industrie- und Handelskammer aus Krefeld trafen sich mit dem Geschäftsführer des Krefelder Container Terminals (KCT), Holger Kemp, und dem Landtagsabgeordneten Marc Blondin (CDU) zu einer Art Lagebesprechung.

Ganz vorne auf der Prioritätenliste stehe der vierspurige Ausbau der denkmalgeschützten, historischen Rheinbrücke. In dieser Form sei sie ein Nadelöhr, das die Erreichbarkeit Krefelds und des Hafens einschränke. Im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) sei der Umbau oder Neubau noch in einer untergeordneten Kategorie gelistet. „Es fehlt an einem eindeutigen Signal aus Krefeld“, sagte Wolfgang Baumeister, Bereichsleiter Verkehr und Infrastruktur bei der IHK Mittlerer Niederrhein. Es existiere ein „nicht eindeutiger Ratsbeschluss“, der die Dringlichkeit des Ausbaus nicht erkennen lasse. Mit der Umwandlung der links- und rechtsrheinisch vorhandenen vierspurigen Anbindung von einer Bundesstraße zu einer Bundesautobahn habe der Brückenumbau beziehungsweise Brückenneubau nichts zu tun, sagte Baumeister. Straßen NRW verfüge nur über eingeschränkte Planungskapazitäten. Deshalb sei es unerlässlich, den Bedarf nach dem vierspurigen Ausbau unzweideutig klar zu formulieren.

 Wolfgang Baumeister, Ron Brinitzer, Holger Kemp und Marc Blondin besprachen miteinander die Situation des Hafens.
Wolfgang Baumeister, Ron Brinitzer, Holger Kemp und Marc Blondin besprachen miteinander die Situation des Hafens. Foto: Thomas Lammertz/Lammertz, Thomas (lamm)
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Über die große Lösung Rheinbrücke und die Verbindung der A59 mit der A 57 hinaus müsse die Kommune ihre Hausaufgaben machen. Die Sanierung der Hafenstraße mit Beseitigung der alten, nicht mehr genutzten Gleise zähle ebenso dazu, wie der Bau eines Kreisverkehrs an der Düsseldorfer Straße in Höhe Floßstraße.

„Wir haben hier im Hafen allenthalben mit Fragen des Naturschutzes und der Denkmal- beziehungsweise der Bodendenkmalpflege zu tun“, betonte Ron Brinitzer, Geschäftsführer Innovation und Umwelt bei der IHK. Es gelte, die unterschiedlichen Ansprüche unter einen Hut zu bekommen. Für Holger Kemp vom KCT bedeutet es konkret, die denkmalgeschützten Magazingebäude am Hafenkopf abreißen zu dürfen, um „dringend benötigte Erweiterungsfläche“ zu bekommen. Die bislang zur Verfügung stehenden 33.000 Quadratmeter reichten vorne und hinten nicht mehr. „Wir haben bereits die Mitarbeiterparkplätze in Anspruch nehmen müssen, um der Nachfrage gerecht werden zu können. Täglich landeten 50 bis 60 zusätzliche Container von Bauhaus und VGG im Hafen an. Das mache eine Verdopplung der Auslastung im Vergleich zu früher aus. Mit der zusätzlichen Fläche von geschätzt 7000 Quadratmetern erhielte das KCT zusätzliche Uferfront und die Möglichkeit, die Kranschiene zu verlängern oder sogar einen zweiten Kran anzuschaffen, mit dem Container auf Schiffe, Züge und Lastwagen geladen werden können. Der Standort direkt am Rhein biete darüber hinaus den Vorteil, dass die Binnenschiffe zur Be- und Entladung an der Kaimauer festmachen können, ohne zusätzliche Manöver in einem Wendebecken vollführen zu müssen. Das spare Zeit und Energie.

Über einen möglichen Abriss der Magazingebäude sei der Hafen schon seit längerem mit dem Landschaftsverband Rheinland im Gespräch. Von dort sei signalisiert worden, dass eine Erlaubnis erteilt werden könne, wenn eine wissenschaftliche Aufarbeitung und Dokumentation der inzwischen von Schwamm und Pilz befallenen Gemäuer vorliege. Der Platzmangel beim KCT am Hafenkopf rühre ferner daher, dass dort neben den stapelbaren Containern auch Trailer (Sattelschlepper für Lastwagen) umgeschlagen werden. Darauf will sich in Zukunft der kleine Nachfolger des Transterminals Krefeld (TTK) in Linn hauptsächlich kümmern. Der Hafenbahnhof sollte ursprünglich im großen Stil erreichtet werden. Dann kam die Ablehnung des Eisenbahnbundesamtes. Kein Bedarf. Nun scheint es, als ob der Hafen Zustimmung zur Eröffnung einer kleineren Version erhielte. Dort wäre Platz genug, um in großer Zahl Trailer zwischenzulagern.