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Krefeld: Hundelobby gegen Steuererhöhung

Krefeld : Hundelobby gegen Steuererhöhung

Frank Rühl, Sprecher der Hundelobby, redet von einem "Hau-Ruck-Verfahren".

Mit einem Offenen Brief hat sich die Krefelder Hundelobby als Interessensverband der Hundehalter gegen die von der Stadt geplante Hundesteuererhöhung ausgesprochen. Frank Rühl, Sprecher der Hundelobby, bezeichnet den Plan, die Hundesteuer im Schnitt um 22 Prozent zu erhöhen, als "Hau-Ruck-Verfahren". Die Stadtverwaltung hatte die gleiche Vorlage mit exakt demselben Text schon vor zwei Jahren zur Abstimmung gestellt. Rühl kritisiert, dass diese Vorlage schon damals von der Politik mit breiter Mehrheit abgelehnt wurde. Er fordert die Politik auf, auch diesmal abzulehnen.

Der Plan der Stadtverwaltung: Das Halten eines Hundes soll künftig 125 Euro pro Jahr statt wie bisher 101,20 Euro kosten, bei zwei Hunden zahlt man 150 Euro pro Hund statt wie bisher 117,70 Euro je Hund, bei drei Hunden und mehr 170 Euro statt wie bisher 134,20 Euro. Im Schnitt bedeutet dies eine Erhöhung um 22 Prozent. Für das Halten eines Kampfhundes soll man 680 Euro zahlen. Auf Anfrage der Linken hatte die Stadt für die Sitzung des Finanzausschusses ihre Pläne zur Hundesteuer erläutert. Basri Cakir von den Linken hat nun betont, dass die Linke keine Erhöhung der Hundesteuer mit der Anfrage erwirken wollte. Die FDP will keine Hundesteuererhöhung, wohl aber Kampfhunde besteuern. Auch die UWG sprach sich gegen höhere Hundesteuer aus. Letztlich verschob die Politik das Thema in die Haushaltsberatungen. Für Rühl besteht ein Zusammenhang bei allen derzeitigen Plänen der Stadt, die Hundehalter betreffen - dazu zählt er die ungeklärte Situation der Fundtierhaltung, die Kampfhundesteuer sowie die geplante Hundezählung und die Steuererhöhung. Die Maßnahmen sollten, so die Ansicht von Rühl, den "allgemeinen Druck auf die Hundehalter" erhöhen.

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Rund 11500 angemeldete Hunde gibt es in Krefeld. Rühl erkennt an der recht hohen Zahl eine Steuerehrlichkeit der Hundehalter, die durch eine moderate Hundesteuer bewirkt würde. Rühl kritisiert weiterhin, dass die Stadt zwar damit rechnet, dass durch die Einführung einer Kampfhundesteuer einige Tiere im Tierheim abgegeben würden. Nach derzeitigem Stand gebe es aber ab 2015 keine Abgabestelle mehr in Krefeld, da dann der Vertrag mit dem Tierheim ausläuft. Er fragt sich, ob es wirtschaftlich zielführend ist, gerade bei Listenhunden ("Kampfhunden") den Druck auf die Halter so zu erhöhen, dass eine Reihe dieser Tiere aus dem Privatbesitz in die öffentliche Fürsorge des Tierheims gedrängt werden. Bessere sei es, eine Strategie zu entwickeln, wie man Listenhunde aus dem Tierheim schnell wieder in private Hände bringen kann. "Aus Haushalts- und Tierschutzgründen, denn ansonsten säßen die Tiere bis zu ihrem natürlichen Ende im Heim - bezahlt vom Steuerzahler."

(sep)