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Bundestagwahl 2013: Hülser Ehepaar deckt zweite Krefelder Wahlpanne auf

Bundestagwahl 2013 : Hülser Ehepaar deckt zweite Krefelder Wahlpanne auf

Die Vorbereitung der Bundestagswahl macht der Stadt Krefeld offenbar vor allem im Stadtteil Hüls Probleme. Nach der ersten Panne, bei der Bürger mehrerer Straßenzüge keine Wahlbenachrichtigungen bekommen hatten, folgte jetzt die zweite.

Mehr als 200 Anträge auf Briefwahl landeten in einem "toten Briefkasten" und blieben zunächst unbearbeitet. Das Hülser Ehepaar Irmgard und Georg Schmitz blieb hartnäckig und deckte die Panne auf.

Allerdings mussten die Krefelder ihr Anliegen durchaus mit etwas mehr Schärfe vortragen, bis sie mit ihrer Beschwerde ernst genommen wurden. "Wir haben am 22. August per E-Mail unsere Briefwahlunterlagen beantragt. Als die am 4. September immer noch nicht da waren, habe ich beim Wahlamt angerufen und gefragt, wie lange es noch dauern würde", berichtet Georg Schmitz. Dort habe man ihm gesagt, dass sein Antrag nicht eingegangen sei. Dies sei ihm komisch vorgekommen. Er habe dann am selben Tag wieder per E-Mail eine Erinnerung geschickt, die auch nach einer Woche unbeantwortet geblieben sei.

Bei einem erneuten Anruf im Wahlamt habe er zu seiner großen Überraschung folgende Auskunft bekommen: "Ja wenn Sie diese E-Mail-Adresse benutzt haben, dann ist Ihre E-Mail verloren gegangen. Das war eine Panne; eigentlich hätte diese E-Mail-Adresse gar nicht auf der www.krefeld.de-Seite erscheinen dürfen. Als wir dies gemerkt haben, haben wir sie sofort rausgenommen."

Auf seine Frage, was denn mit den Briefwahlanträgen geschehen würde, habe er die Antwort bekommen: "Nichts, wenn wir keine E-Mail bekommen, dann können wir auch nichts bearbeiten". Auf seine Frage, wo denn die E-Mails verschollen seien, denn auf dem Server der Stadt Krefeld sind sie ja wohl offensichtlich angekommen. Daraufhin meinte man, das müsse in der EDV geprüft werden, das Wahlamt könne gar nichts tun. "Meine Frau und ich haben beschlossen, dass wir nun ins Rathaus fahren und dort unsere Stimme abgeben. Ich finde es allerdings traurig, dass es mit Sicherheit etliche Wähler gleich uns gibt, die weiterhin erfolglos auf die Briefwahlunterlagen warten", sagte Georg Schmitz.

Die Panne sei inzwischen behoben, erklärte Stadtsprecherin Angelika Peters auf Anfrage unserer Zeitung. Die Kommune habe festgestellt, dass insgesamt 223 Briefwahlanträge an eine derzeit nicht aktiv genutzte E-Mail-Adresse bei der Stadt Krefeld gesandt und somit nicht bearbeitet worden waren. Alle Anträge seien am vergangenen Freitag bearbeitet worden.

Dabei habe sich zudem herausgestellt, dass 113 Betroffene bereits erneut nachgefragt hatten und dadurch auch schon ihre Unterlagen bekommen hätten. Die restlichen 110 Unterlagen seien verschickt worden, so dass sie rechtzeitig die Antragsteller erreichen, um eine Briefwahl zu ermöglichen. "Warum die Anträge auf diese Email-Adresse gelangen konnten, muss noch geklärt werden", erklärte Angelika Peters.

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