Krefeld: Hülser Bruch: Betreiber wehrt sich

Krefeld: Hülser Bruch: Betreiber wehrt sich

Der Krefelder Unternehmer Klaus Bahr hat von der Bundesimmobilienanstalt die alte Schießanlage im Hülser Bruch gepachtet. Vorwürfe aus der Politik, er würde dort illegal einen Freizeitpark betreiben wollen, weist er zurück.

Für großen Wirbel hat in der Sitzung der Bezirksvertretung Nord der Bericht der Stadtverwaltung über illegale Aktivitäten des Krefelder Unternehmers Klaus Bahr auf dem Gelände der ehemaligen Schießanlage im Hülser Bruch gesorgt. Erstmals hat sich gestern Klaus Bahr im Gespräch mit unserer Zeitung zu den Vorwürfen geäußert, er wolle dort einen Freizeitpark errichten. Bahr hat das Gelände vor einem Jahr von der Bundesimmobilienanstalt angemietet; "mit dem Ziel, dort einen Trainingsplatz für Lebensrettungsorganisationen zu betreiben. Es war nie meine Absicht, dort einen Freizeitpark zu betreiben", sagte der 46-jährige Krefelder Klaus Bahr, der in der Rettungsstaffel U.S.A.R tätig ist, gestern. Er habe das Gelände immer nur zu Lebensrettungstraining verwenden wollen. Von der Stadt hatte er keine Genehmigung.

Einschusslöcher. Foto: Kruse

Auf der Internetseite zum umstrittenen Projekt im Hülser Bruch war noch von größeren Plänen die Rede. Unter www.concordare-ep.de konnte man zwischenzeitlich von weitergehenden Plänen lesen: "Überlebenstraining, Drilling, Geocaching, Crossrunning, Klettern, Mountainbiking, Seilzugtechniken." Das sei nie seine Absicht gewesen, behauptete Bahr gestern. Diese Planungen habe ein "Kooperationspartner" auf der Seite aufgeschrieben, der ebenfalls am Projekt beteiligt war. "Ich hätte eher intervenieren müssen", sagte Bahr, der in Krefeld-Benrad wohnt und beruflich im Coaching-Bereich arbeitet. Die ehemalige Schießanlage im Hülser Bruch wird seit inzwischen 110 Jahren genutzt, erst durch die Husaren, zwischenzeitlich auch durch britische Soldaten, die in den englischen Kasernen an der Kempener Allee stationiert waren. Seit 16 Jahren, seit dem Abzug der Briten, liegt das Gelände brach.

  • Krefeld : Furcht vor Munition im Boden

Vor einem Jahr trat Klaus Bahr an die Bundesimmobilienanstalt heran und fragte an, ob er das 5,2 Hektar große Gelände nutzen könne. Die Bundesimmobilienanstalt sei froh gewesen, sagt Bahr. Ihm sei gesagt worden, dass das Gelände kontaminiert ist und nicht ohne Risiko. Aus Bahrs Sicht spricht das aber nicht gegen eine Nutzung für Lebensrettungstraining. "Es gibt zwei Ansätze, wie man trainieren kann. Entweder gefahrlos oder unter der Bedingung, dass auch das Trainingsareal schon potenzielle Gefahren aufweist", behauptet Klaus Bahr. Der Bundesimmobilienanstalt zahle er lediglich einen geringen "Obolus" für die Nutzung des Geländes.

Bisher habe er das Gelände von Unrat und Müll befreit, sagt Bahr. Vereinzelt seien Bäume gefällt worden. Er will das Projekt nun zunächst ruhen lassen und darauf warten, dass die Bundesimmobilienanstalt das Areal sichert. Er selber habe jedenfalls noch nie einen gefährlichen Gegenstand auf der Schießanlage gefunden.

(RP)
Mehr von RP ONLINE