Hüls: Gewerbepark Den Ham weiter Zukunftsmusik

Bezirksvertretung Hüls : Gewerbepark Den Ham verschoben

Sondersitzung umsonst: Projektentwickler hat zu wenig Flächen vermarktet. Bezirksvertretung vertagt die Diskussion.

Fassungslosigkeit bei den Bezirksvertretern in Hüls. Auf Drängen des Projektentwicklers des Gewerbeparks Den Ham waren sie an diesem Donnerstag zu einer Sondersitzung erschienen, in der der Bebauungsplan 785 diskutiert werden sollte, bevor er im September zum Beschluss in Planungsausschuss und Rat gehen sollte. Nach etlichen Querelen sollte damit das für viele Gewerbetreibende in Hüls wichtige Gewerbegebiet endlich auf den Weg gebracht werden.

Doch daraus wird wohl erstmal nichts. Denn ausgerechnet der Projektentwickler selber hatte seine Verpflichtungen nicht einhalten können und braucht mehr Zeit. Das hatte er den Bezirksvertretern in einer Mail erläutert, die Bezirksvorsteher Hans Butzen am Tag der Sondersitzung erreichte. „Ich bin relativ sauer auf den Entwickler“, sagte denn auch Martin Reyer, Sprecher der SPD, verärgert. Und erinnerte daran, dass der Entwickler die Bezirksvertreter „massiv unter Druck“ gesetzt habe und nun selbst zur Sitzung nicht fertig geworden sei.

In seiner Mail schreibt der Entwickler, dass mit der „Bank als Voraussetzung für die Ausgabe der Bürgschaften-Kaufpreise“ verabredet sei, „dass 50 Prozent der Gewerbefläche verkauft sind.“ Dieses Ziel sei jedoch nicht wie geplant erreicht worden. „Wir gehen nach den Gesprächen mit Interessenten/ Erwerbern davon aus, dass der Verkaufsstand 50 Prozent Ende Oktober erreicht ist. Das bedeutet im Rückschluss, dass wir die verabredeten Bürgschaften-Kaufpreise nicht vor der für den 11.9. geplanten Sitzung des Planungsausschusses - mit Beschlüssen über den städtebaulichen Vertrag sowie die Satzung Bebauungsplan - vorlegen können“, heißt es in der Mail weiter.

Dennoch hofft der Projektentwickler auf die Unterstützung der Bezirksvertreter und schreibt: „Wir erachten es als sinnvoll, wenn die Beschlussfassung in der Bezirksvertretung wie vorgesehen am 30.8. erfolgt.“

Zu diesem Entgegenkommen waren die Bezirksvertreter jedoch aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen nicht mehr bereit. Als „befremdlich“ bezeichnete FDP-Sprecher Klaus-Dieter Ohlig das Verhalten des Entwicklers und plädierte dafür, sich mit einer Beratung Zeit zu lassen. Dem stimmte Bezirksvorsteher Hans Butzen zu und schlug vor, den Tagesordnungspunkt „Gewerbepark Den Ham“ mit seinen umfassenden Vorlagen auf die Sitzung am 24. November zu verschieben. Dies sei ein starkes Signal in Richtung Projektentwickler, dass die Bezirksvertretung Hüls ein solches Verhalten nicht toleriere.

Enttäuscht äußerte sich daraufhin ein Besucher der Bezirksvertretung, für den die Sondersitzung kurzfristig unterbrochen wurde. Der Inhaber eines Betriebes betonte, wie wichtig der Gewerbepark für viele Unternehmen sei, die schon jetzt aus allen Nähten platzen würde. Das „Pingpong-Spiel“ zwischen Politik und Projektentwickler koste Zeit, die viele nicht hätten. Schließlich müssten die für die Erweiterung des Betriebes notwendigen Kredite auch noch bis zur Rente abbezahlt werden. „Wenn das noch viel länger dauert, bin ich allein schon aus diesem Grund raus“, sagte der Betroffene.

Butzen beteuerte, dass es durch die Verschiebung des Tagesordnungspunktes keine Verzögerung gebe. Die gebe es nur dadurch, dass der Entwickler bis zur Sondersitzung nicht mit der Vermarktung entsprechend der Vorgaben fertig geworden sei.

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