Krefeld: Hospizjubiläum mit 1000 Läufern und Andrea Berg

Krefeld: Hospizjubiläum mit 1000 Läufern und Andrea Berg

Unter anderem mit dem Startschuss für ein neues Projekt wurde gestern das Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen des Hospizes am Blumenplatz gefeiert: Hospiz-Schirmherrin Andrea Berg ließ nachmittags eine Flasche Sekt an der Wand zerschellen, an der ab 6. Oktober ein Wintergarten für die Hospizgäste und ihre Angehörigen gebaut wird.

Das stationäre Hospiz in Krefeld war am 1. Oktober 2004 eröffnet worden, es war "ein Geschenk der Krefelder für schwerstkranke Menschen", sagte Karin Meincke, die Vorstandsvorsitzende der Hospizstiftung, und erinnerte daran, dass der Umbau des früheren Klosters an der Jägerstraße rein aus Spenden der Krefelder Bürger und Firmen finanziert worden war.

Zieleinlauf: Rund 1000 Läufer nahmen an dem Sternlauf aus Krefelder Stadtteilen zum Hospiz teil. Foto: Thomas lammertz

Der Jubiläumstag hatte mit dem "4. Hospizlauf" des SC Bayer 05 Uerdingen begonnen - in diesem Jahr als Sternlauf von vier Startpunkten aus und mit Beteiligung des CSV Marathon, DLK VfL Forstwald und TV Fischeln. Ab kurz vor 12 kamen die rund 1000 Läufer - vom Kind bis zum Seniorensportler - am Ziel Hospiz an, mitten drin Anne Poleska-Urban, die ihre kleine Tochter im Kinderwagen vor sich her geschoben hatte, und Ex-Karnevalsprinz Michael Zecha. Er erklärte, dass der Aufzug des Prinzenpaares im Hospiz zu den beeindruckendsten Terminen seiner Session gehört habe: "Die Hospiz-Leute sind sensationell."

Hospiz-Gäste, Angehörige, Läufer und die Krefelder waren zum Tag der offenen Tür in das Hospiz eingeladen. Die ehrenamtlichen Helfer hatten Kuchen gebacken; zuerst spielte die Formation Na Garoa brasilianische Schlager, dann unterhielt das TrioNova mit einer Mischung selbst interpretierter Hits. Dazu gab es Führungen durch das Haus: Die Besucher sahen, wie das Team aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern um Leiterin Brigitte Schwarz den Leitspruch des Hospiz - "Die Würde des Menschen ist unantastbar - bis zuletzt" - umsetzt. Die schwerstkranken Menschen werden als Gäste gesehen, "wir möchten diesen Gästen bis zum letzten Moment ein würdevolles Leben ermöglichen", so Brigitte Schwarz.

Andrea Berg, die das Hospiz seit dem Entstehen der Idee vor mehr als 15 Jahren unterstützt, kam am Mittag - direkt von einem Auftritt im ZDF, bei dem sie die Krefelder live gegrüßt hatte. Sie besuchte die Gäste im Garten und auf den Zimmern, gab viele Autogramme und betonte, wie wichtig das Hospiz sei: "Als wir anfingen, war das ein Tabu-Thema. Die Menschen hatten Angst: Ein Sterbehaus zu bauen war unheimlich. Es ist schön, zu sehen, dass es jetzt ein Teil der Stadt Krefeld geworden ist." Es sei wichtig, sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen, "am Sterben können wir nichts ändern, wohl aber an der Zeit davor." Viele Menschen liefen vor dem Gedanken an den Tod davon, "das ist falsch".

Bis heute wurden im Hospiz 1380 Gäste betreut, der jüngste Gast war 21, der älteste 96 Jahre. Um die Arbeit finanzieren zu können, ist die Hospizstiftung auf Spenden angewiesen. Der Tag gestern endete mit einem Benefiz-Konzert des Gospel-Chors "family of hope" in der Friedenskirche.

(RP)
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