Krefeld: Horten-Kacheln waren ein Renner

Krefeld: Horten-Kacheln waren ein Renner

Eine Versteigerung des Vereins "Impuls" ergab 15.000 Euro für gute Zwecke.

Seit der Eröffnung im Jahr 1971 beherrschte die Fassade des Horten-Hauses den Ostwall - und offenbar wurde die markante Kachel-Struktur von vielen als ein Stück Krefelder Geschichte begriffen: Als die Fassade heutiger Kaufhaus-Ästhetik weichen musste und abgerissen wurde, war das Interesse an den Kacheln groß.

23 von ihnen wurden über den Verein Impuls für einen guten Zweck versteigert. Den Erlös der Aktion überreichte jetzt Vereinsvorsitzender Christian Schmidt symbolisch an das Stups-Kinderzentrum, an die Aktion "Spiel ohne Ranzen" und für das Krefelder Seifenkistenrennen.

Das Interesse an den Kacheln war generell groß. "Wir hätten viel mehr abgeben können", hatte Investor Joachim Tenkhoff am Rande der "Primark"-Eröffnung erwähnt - unter Tenkhoffs Regie war das Horten-Haus umgebaut worden. Aus bautechnischen Gründen waren nicht mehr Kacheln zu retten: Sie waren so fest und unverbrüchlich mit dem Untergrund verbacken, dass die meisten zerstört wurden.

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Überhaupt war das Horten-Haus eine harte Nuss: Der Beton, so hatte Tenkhoff berichtet, sei so hart gewesen, dass man nur mit Spezialgeräten und größter Mühe die alte Substanz verändern konnte. Hintergrund: Beton aus den 70ern härtet im Prinzip bis heute aus; um mit Betonbauten arbeiten zu können, ist man deshalb irgendwann dazu übergangen, durch Beimischungen dafür zu sorgen, dass der Aushärtungsprozess nach einiger Zeit stoppt.

Der "Impuls"-Verein hat seine Benefiz-Versteigerung nicht ausschließlich mit den Kacheln bestritten: "Wir haben Krefelder Künstler angeschrieben und um Kunst-Spenden gebeten", berichtet Impuls-Vorsitzender Schmidt. Die Resonanz war groß, der Erfolg hat den Verein überrascht. "Auch Günther Uecker hat ein Werk mit Widmung gespendet, das für 4000 Euro versteigert wurde", sagt Schmidt. Am Ende kamen 15.000 Euro Reinerlös zusammen, der zu gleichen Teilen an die drei Initiativen verteilt wurde. Die Kacheln waren aus Aluminium und Keramik - "die Aluminiumkacheln waren etwas billiger. Die letzte Keramikkachel ist für 220 Euro weggegangen", sagt Schmidt.

So ist die Geschichte des Horten-Hauses nicht ganz verloren, sondern in ihren markantesten Stücken bewahrt in Privatsammlungen.

(vo)
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