Horst Heinrich zum zweiten Mal Schützenkönig in Krefeld

Brauchtum : Horst Heinrich zum zweiten Mal Schützenkönig

Der Inrather Vogel fiel nach 290 Schüssen. „Wir schießen nicht mit Schrot, sondern mit Kleinkaliber. Das ist etwas anders“, sagte der Brudermeister.

Als am Samstagabend nach insgesamt 290 Schüssen der Vogel beim Vogelschießen des Schützenvereins Inrath fiel, stand fest: Horst Heinrich wird für die kommenden fünf Jahre als König Horst II. dem Schützenverein vorstehen. Der Verwaltungsangestellte ist bereits zum zweiten Male Schützenkönig. „Ich bin seit vier Jahren zum zweiten Mal verheiratet und wollte auch meiner zweiten Frau die Gelegenheit bieten, Schützenkönigin zu sein“, erzählte der neue Regent, der am Samstagabend die Kette von seinem Vorgänger Uwe Kleckers übernahm.

In zwei Jahren wird er nun die Schützen eines der kleineren Krefelder Schützenvereine mit seinen 60 Mitgliedern in ihr Schützenfest führen. Der Termin dafür steht noch nicht fest. „Wir haben uns vor einiger Zeit dagegen entschieden, ein Jahr nach dem Vogelschießen das Schützenfest zu machen. Nach dem Fest ist die wichtige Zeit für den Schützenkönig bereits vorbei. Bei einer fünfjährigen Amtszeit ist das eine lange Zeit. So liegt das Schützenfest einigermaßen in der Mitte. Das ist die bessere Lösung“, erklärte der nun ehemalige König Kleckers, der voraussichtlich bei der nächsten Mitgliederversammlung Anfang kommenden Jahres Heinz-Günter Schrader als „erster Brudermeister“ ablösen wird.

Mit besagten 290 Schüssen fiel der Inrather Vogel vergleichsweise schnell. „Wir schießen nicht mit Schrot, sondern mit Kleinkaliber. Das ist etwas anders“, sagte Schrader. Trotz auch in Inrath bestehender Auflagen hinsichtlich Splitterflug und Sicherheit und der entsprechenden Holzauswahl fiel wohl auch darum der Vogel bereits um 17.15 Uhr. Laut Planungen des Vereins sollte es erst gegen 18 Uhr so weit sein. Nur noch zwei Schützen waren zu diesem Zeitpunkt im Rennen und rangen um die Königswürde.

„Ich bin wirklich froh, dass es mir gelungen ist, den entscheidenden Schuss zu setzen. Es ist schön, meiner Frau die Erfahrung schenken zu können“, sagte der neue Regent der Inrather. Die Schützen traten danach in ihren zwei Kompanien vollzählig an und zogen durch die Neubausiedlung rund um den neuen Schützenplatz, auf dem seit 2007 Schützenfeste und Vogelschießen stattfinden.

Zuvor hatten fast alle Mitglieder ihrerseits mindestens einen Schuss auf den Vogel abgegeben. Hinzu kamen rund 20 Ehrenschüsse. Nur wenige Mitglieder mussten auf einen eigenen Schuss verzichten: So zum Beispiel das jüngste Vereinsmitglied, das als Sohn eines der bisherigen Minister gerade drei Jahre zählt. Nach dem Umzug nahm der König vor der vollständig angetretenen Kompanie die Glückwünsche von Oberbürgermeister Frank Meyer, Bürgermeisterin Karin Meincke und dem SPD-Vorsitzenden Ralph-Harry Klaer, sowie vielen Schützen aus anderen Stadtteilen entgegen. Und auch die CDU spielt in Inrath eine große Rolle, denn deren Landtagsabgeordneter Marc Blondin wird zukünftig Schirmherr des Vogelschießens sein. Der Traarer, der auch Mitglied der Inrather Schützen ist, löst in dieser Funktion Klaus Wiewrodt, den Betreiber der Gaststätte „Dachsbau“ ab, der neun Jahre lang in dieser Funktion tätig gewesen war.

Nach den Glückwünschen stand der Königsball an, bei dem die neuen Majestäten in ihr Amt eingeführt wurden. Am Sonntag folgte überdies das Volksfest „Inrath feiert“, bei dem die Schützen ein schönes Vogelschießen stilvoll ausklingen ließen.