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Hockey in Krefeld setzt Zeichen der Solidarität für Moria

Flüchtlingslager Moria : Hockey im Zeichen der Solidarität

Der Bundesligist Crefelder HTC bitte am Wochenende bei den beiden Heimspielen um Spenden für die Flüchtlinge auf Lesbos im Lager Moria. Die Medizinerin Verena Würz, die die dortige Notaufnahme leitet und zu Spenden aufruft, war langjährige Stürmerin und Kapitänin der CHTC-Damen.

Gerne wird aufgrund der familiären Atmosphäre und Strukturen in den Vereinen von einer „Hockeyfamilie“ gesprochen. Dass diese Solidarität und Gemeinschaftsgefühl auch in der Praxis stark ist, beweist der Crefelder HTC als auch seine Gegner am kommenden Spieltag.

Die Einnahmen des Wochenendes kommen der nicht-staatlichen Hilfsorganisation Kitrinos Healthcare zu Gute, die sich im griechischen Flüchtlingslager Moria engagiert.

Durch einen Brand in der Nacht zum Donnerstag wurden sämtliche Wohnmöglichkeiten und Besitztümer der rund 13.000 Bewohner zerstört und somit die Not noch einmal vergrößert. Bereits zuvor war das Camp, welches vor kurzem die ersten Coronafälle verzeichnen musste, stark auf Spenden angewiesen. Noch einmal deutlich machte dies Medizinerin Verena Würz, langjährige Stürmerin und Kapitänin der CHTC-Damen, die die dortige Notaufnahme leitet und zu Spenden aufruft: „Teile der Klinik sind abgebrannt. Wir behelfen uns nun mit dem nötigsten, was noch an Restbeständen in unseren Häusern in der Stadt gelagert wurde. Eure Hilfe ist mehr denn je gebraucht, sowohl was spenden angeht, als auch politischen und öffentlichen Druck.“ Sie versucht nun gemeinsam mit ihren Kollegen trotz der großen Verluste an Material und Medikamenten eine grundlegende medizinische Versorgung wieder herzustellen.

In der Halbzeit wird zusätzlich ein Trikot von Olympiaheld Jan Philipp Rabente versteigert, der 2012 in London mit seinen beiden Treffern die Goldmedaille der deutschen Herren im Finale gegen die Niederlande sicherte.

„Verena Würz war schon im Mittelmeer unterwegs und hat Flüchtlinge gerettet. Jetzt arbeitet sie für an Covid-19 erkrankte Flüchtlinge. Menschen wie sie kann man für ihre Arbeit nicht genug danken. Und deshalb lade ich sie fürs Wochenende auf die Gerd-Wellen-Hockeyanlage am Rande des Krefelder Stadtwaldes ein um eifrig für die gute Sache zu spenden“, appelliert Dirk Wellen, Vorsitzender des CHTC, an die Krefelder Sport- und Hockeyfans.

Zusätzlich bieten die Partien auch einen sportlichen Reiz. Mit dem UHC Hamburg, der am Samstag (15 Uhr) zu Gast ist, und dem Club an der Alster am Sonntag (14 Uhr) geht es gegen direkte Tabellennachbarn der Seidenstädter. Nach dem schweren Auftakt wollen die Herren von Coach Ronan Gormley neben den Spenden auch großzügig Punkte sammeln, um ihre Position in der ersten Tabellenhälfte weiter zu festigen. Während der UHC punktgleich mit sechs Toren besser einen Rang vor den Krefeldern steht, liegen die Alsteraner vier Zähler hinter ihnen auf Rang vier.