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Hochschule Niederrhein als „Think tank“ für die Region

Bildung in Krefeld und Mönchengladbach : Hochschule Niederrhein als „Think tank“ für die Region

Die Fachhochschulen brauchen an der Spitze Doppelbegabungen: Leute, die die Welt Wissenschaft und die Logik des Managements kennen.

Es war ein typischer von Grünberg: Bei einer Podiumsdiskussion im Jahr 2016 verfiel der Präsident der Hochschule Niederrhein nicht in den Klagegesang nach mehr Geld für Hochschulen, sondern sagte energisch, es sei genug Geld im System, es müsse nur intelligenter verteilt werden. Er forderte, die Finanzierung von Forschung und Lehre zu trennen. Den Universitäten warf er vor, Studenten anzunehmen, um dafür Geld zu kassieren, das dann in die Forschung gesteckt werde. Von Grünberg betonte für sich, gerade nicht in diese Förderfalle zum Nachteil junger Leute getappt zu sein. Die Anekdote zeigt indirekt, woran es am Hochschulwesen mangelt: Universitäten sind mitunter skandalös ignorant gegenüber der Realität. Die Fachhochschulen gehen einen anderen Weg: Forschung und Ausbildung sind eng verzahnt mit der Region – die Hochschule ist „think tank“ für die Wirtschaft. Dafür braucht es Hochschulpräsidenten mit Doppelbegabung: Sie müssen die Welt der Wissenschaft und die Logik des Managements kennen. Von Grünbergs Nachfolger Thomas Grünewald muss man Fortune wünschen. Leistet er gute Arbeit, stärkt das die Region.

Der Kommentar bezieht sich auf den Artikel: „Stabwechsel an der Hochschule Niederrhein.“