Krefeld: Hochhaus-Ruine weicht Millioneninvestition

Krefeld : Hochhaus-Ruine weicht Millioneninvestition

Seit rund zehn Jahren steht das Hochhaus an der Alten Gladbacher Straße leer und verfällt. Nun hat sich ein Investor gefunden, der dort für 14 Millionen Euro einen Seniorenwohnpark errichten will.

Ein städtebaulicher Schandfleck, der seit Jahren das Quartier im Einzugsgebiet der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule belastet und sogar zum Sicherheitsrisiko geworden ist, wird verschwinden: Die Hochhausruine im Bereich Alte Gladbacher Straße 9 bis 15 wird abgerissen; auf dem Gelände soll stattdessen ein Wohnpark für Senioren mit angegliederter Vollpflegestation und Demenzabteilung entstehen. "Wir sind froh, dass es geklappt hat", sagte Daniel Wingender (CDU), der als Mitglied der Bezirksvertretung Süd die Bemühungen um die Neuansiedlung im Hintergrund begleitet und gefördert hat, "der Neubau wird den Standort ganz erheblich aufwerten".

Das Hochhaus ist auch zum Sicherheitsrisiko geworden; es ist mit einem Bauzaun gesichert, der immer mal wieder von Kindern und Jugendlichen überwunden worden ist. Mehr als einmal hätten deswegen Lehrer der Kurt-Tucholsky-Schule die Polizei alarmiert, hatte der Rektor der Schule, Michael Schütz, am Rande des Besuchs von Daniela Schadt, Lebensgefährtin von Bundespräsident Gaucks, berichtet.

"Haus am Südpark"

Ein Ende ist in Sicht: Für 14 Millionen Euro wird anstelle des Hochhauses ein Seniorenwohnpark "Haus am Südpark" mit 45 altengerechten Wohnungen gebaut, in dem Senioren selbstständig oder betreut wohnen können. Zusätzlich entsteht eine Pflegeabteilung mit 90 vollstationären Pflegeplätzen mit Demenzabteilung. Insgesamt werden in dem Wohnpark 60 Arbeitsplätze geschaffen.

Das Gelände wird in fünfgeschossigen Gebäuden so aufgefächert, dass ein Campuseindruck entsteht, der nach hinten den Blick zum Stadtpark Süd erschließt. Die Nachbarschaft zu einer Kita und zur Gesamtschule ist durchaus willkommen: "So kommt ein guter sozialer Mix zustande", sagt Architekt Klaus Schwittay, "es kann zu gemeinsamen Aktivitäten mit der Kita oder der Schule kommen". Die Seniorenwohnungen werden um einen Hof gruppiert, der mit einer Wasserfläche ästhetisch aufgewertet werden soll. Darunter entsteht eine Tiefgarage mit 45 Stellplätzen; dazu kommen neun oberirdische Stellplätze. Den Wohnungen wird ein Restaurant angegliedert sein; es gibt auch Raum für ein paar kleinere Geschäfte vom Kiosk bis zum Friseur. Das Hochhaus war ursprünglich ein Studentenwohnheim, berichtet Architekt Bertold Schmitz, der das Projekt mit seinem Kollegen Schwittay realisiert. Schmitz kennt es gut — er sollte den Komplex umrüsten und dort 50 Eigentumswohnungen installieren. Doch den damaligen Besitzern ging das Geld aus, berichtet er. "Damit begann der Niedergang des Gebäudes." Nach einem weiteren Eigentümerwechsel begann die zunehmende Verwahrlosung; wer dort noch wohnte, suchte das Weite: "Das Gebäude hat sich selbst entmietet", resümiert Schmitz, "und so entstand ein städtebaulicher Schandfleck, der dazu angetan war, die ganze Gegend runterzuziehen". Seit knapp zehn Jahren steht es leer.

Geplant ist, dass Abriss und Neubau in der ersten Hälfte des kommenden Jahres beginnen.

(RP/anch)