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Hindu-Gemeinde in Krefeld sucht dringend einen neuen Tempel

Mietvertrag läuft aus : Krefelder Hindu-Gemeinde sucht dringend einen neuen Tempel

Nach langem hin und her schließt der Sri Nagapooshani Ambaal an der Girmesgath zum Ende des Jahres. Noch fehlt ein Ersatzgebäude für den Tempel.

(jeku) Zehn Jahre lang bot der Sri Nagapooshani Ambaal Tempel an der Girmesgath 95 Hindus aus Krefeld und den Städten der Umgebung einen Ort des Glaubens. Nun allerdings muss der Tempel schließen, und das bereits zum Ende diesen Jahres, wie die Tempelgemeinde berichtet. Fest steht das zwar schon länger, doch bislang konnte die Gemeinde nach eigenen Angaben keine neuen Räume finden. In einem Schreiben bittet sie nun um Unterstützung bei der Suche nach einem Grundstück.

Rund 400 Quadratmeter groß ist die Halle, die der Gemeinde aktuell noch als Tempel dient. Zuvor war sie der Sitz einer Reparaturwerkstatt für Nähmaschinen. 2002 konnte die Hindugemeinde in Krefeld dieses Objekt von der damaligen Gundstücksgesellschaft Girmesgath anmieten. Der Mietvertrag war auf zehn Jahre befristet. 2009 ging sowohl die Grundstücksgesellschaft als auch die dazugehörige Textilfirma in Konkurs, so dass der Investor Wolf-Reinhard Leendertz 2010 das gesamte Gelände erwarb und daraus den Mies-van-der-Rohe-Business-Park machte.

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Auf dem neuen Campus fanden Firmen, Gastronomie und Veranstalter ein neues Zuhause. Der Vorwurf der Gemeinde an den Investor: „In diesem Umfeld ist der Hindutempel als Non-profit-Unternehmung störend. Seit 2011/2012 versucht der Tempel, seinen Platz zu verteidigen, der Investor versucht, durch höhere Raummiete den Tempel zur Aufgabe zu bewegen.“ Daher sei man zu der Einigung gekommen, dass der Tempel zum Jahresende schließt.

Man sei nun auf der Suche nach einem Gelände, heißt es in einem Schreiben der Gemeinde. „Mittlerweile ist dieser Ort für die hinduistischen Gläubigen in ganz Europa zu einer Pilgerstätte geworden, die sie auf ihrer Reise durch und nach Krefeld immer aufsuchen. Zum Einzugsgebiet gehören die Hindu-Familien aus Krefeld, Neuss, Duisburg, Meerbusch und Kreis Viersen“, heißt es „Bei dem großen Tempelfest im Juni kommen teilweise über 2000 Hindus auch aus den Nachbarländern, Belgien, Niederlande, sogar Frankreich zusammen.“

Innerhalb der Stadt Krefeld habe der Tempel seinen festen Platz. „In der gegenwärtigen Situation kann aber die Stadt auch nicht helfen. weder mit einem anderen Grundstück zum käuflichen Erwerb noch durch Gespräche mit dem Investor zum Weiterbestand des Tempels am Standort Girmesgath.“ Die sei auf der Suche nach einem Vermieter, der ein Gewerbegelände in Krefeld anbieten kann, „wo dann möglicherweise ein Tempel gebaut oder angemietet werden könnte“.