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Hersteller von Tiernahrung. Rondo Food verlagert Produktion von Irland nach Krefeld

Hersteller von Tiernahrung : Rondo Food verlagert Produktion von Irland nach Krefeld

Der Tiernahrungshersteller Rondo Food mit Sitz in Bockum hat seinen Standort in Irland geschlossen. Er bezieht in Bockum eine neue Halle und schafft 100 zusätzliche Arbeitsplätze am Standort Krefeld.

Der Tiernahrungshersteller Rondo Food mit Sitz in Bockum hat seinen Standort in Irland geschlossen. Das 50.000 Quadratmeter große Werksgelände soll in naher Zukunft vermarktet – sprich verkauft – werden. Kurz vor Weihnachten begann für die etwa 130 Beschäftigten auf der Insel die letzte Schicht. Die Produktion wird derzeit komplett nach Krefeld in eine neue 3000 Quadratmeter große Halle verlegt. „Wir haben bereits 80 neue Arbeitskräfte eingestellt“, sagte Dirk Wellen, Geschäftsführer und Mitinhaber der Rondo Food GmbH & Co KG auf Anfrage unserer Redaktion. 100 neue Stellen sollen es werden, informierte er.

Im Jahr 2011 sei der Wettbewerber Gaines Europe in Irland übernommen worden. Dessen Geschäftskontakte nach Nordamerika und die Herstellungsmethode von Snacks für Hunde nach dem Spritzgussverfahren hätten das Unternehmen für Rondo Food interessant gemacht, erklärte Wellen. Das Spritzgussverfahren stamme aus der Kunststoffindustrie. Statt Polymere setze Rondo Food Reisgranulat ein, um ein kaubares Leckerli (Hundeknochen) herzustellen.

Die Fortführung des Betriebs in Irland sei wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll gewesen, betonte der Geschäftsführer. Nach dortigem Arbeitsrecht habe das Krefelder Unternehmen in einem „Consultation Process“ darlegen müssen, dass es erhebliche Vorteile biete, die Produktion nach Deutschland zu verlagern. Alle Mitarbeiter hätten über das gesetzliche Maß hinaus Abfindungen erhalten, und viele von ihnen bereits einen neuen Job, berichtete Wellen. Alle seien bis Ende Januar abgesichert. Die Arbeitslosigkeit in Arklow liege mit etwa 4,5 Prozent deutlich geringer als in Krefeld.

Im Moment würden die Maschinen von Dublin an die Kontinentalküste verschifft und mit dem Lkw nach Bockum transportiert. Dort würden vier komplette Produktionslinien und elf Spritzgussmaschinen installiert. Ferner lieferten die Spediteure Verpackungsmaterialien und Rohstoffe aus dem irischen Lager an.

Auf der Insel hat Rondo Food Snacks für Hunde in einem Gesamtgewicht jährlich rund 15.000 Tonnen produziert. Im Jahr 2018 war der Umsatz um zwölf Prozent auf 13,5 Millionen Euro gesunken. Die unbefriedigende wirtschaftliche Entwicklung und die Marktsituation hätten eine Bündelung der Aktivitäten am größten deutschen Standort in Krefeld gefordert. „Hier sitzt die Verwaltung, und es hat Vorteile in der Kommunikation und für die Logistik“, erklärte Wellen. In Bockum beschäftigte Rondo Food etwa 380 Mitarbeiter, in Halle an der Saale weitere 200.

Das Firmengelände in Irland habe Rondo Food erst vor drei Jahren von einer irischen Treuhand erwerben müssen, berichtete Wellen. Es sei für die Bedürfnisse des Unternehmens viel zu groß und viel zu teuer gewesen. Von den fünf Hektar Fläche habe Rondo Food lediglich 20 Prozent genutzt. Was die Vermarktung anbetrifft, zeigte sich der Geschäftsführer optimistisch. Früher habe auf der Fläche eine Fabrik für Sanitärkeramik mit 4000 Beschäftigten gestanden. Die Grundstücke seien inzwischen überwiegend unbebaut und es sei wahrscheinlich eines der „schönsten Industrieareale“ überhaupt, zwischen Golfplatz, See, Flussmündung und kleinem Yachthafen gelegen.

Rondo Food ist spezialisiert auf Snackprodukte für Hunde und Katzen und verfügt nunmehr über zwei moderne Produktionsstätten in Deutschland. Die Produkte werden unter den Markennamen bekannter Handelsunternehmen und Industriepartner vermarktet. Die Absatzmärkte sind in Europa, USA, Australien und Asien zu finden.