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Hermann EsRichter stellt Malerei und Objekte zwischen Himmel und Erdreich in der Galerie Meta Weber in Krefeld aus

Galerien in Krefeld : Kunst zwischen Himmel und Erdreich

Hermann EsRichter stellt Malerei und Objekte in der Galerie Meta Weber aus. Seine Kunst spiegelt sowohl seinen philosophischen wie auch seinen geografischen Hintergrund. Der 80-Jährige arbeitet mit unterschiedlichen Materialien und Medien.

„Departure“ ist die größte Arbeit in der Präsentation der Galerie Meta Weber – und sie gibt der Ausstellung ihren Titel „Departure, KR 19“. Auf einer dunkelblauen Ellipse hat Hermann EsRichter eine kreisrunde Neonleuchte befestigt. Davor steht eine Leiter mit der Bezeichnung „Fahrte“ – so nennt man Leitern in der Bergmannssprache. EsRichter verbindet hier Himmel und Erde und zeigt auch seine deutliche Verbundenheit zu seiner Heimat, dem Ruhrgebiet.

„Das ist meine Lieblingsarbeit“, sagt denn auch Galeristin Meta Weber, die den Künstler zum zweiten Mal eingeladen hat. Er war 2005 schon einmal bei ihr zu sehen. Einen spannenden Blick auf verschiedene Werke Hermann EsRichters bietet die Ausstellung, die bis Ende Juni läuft.

Hermann EsRichter wurde 1939 in Oberhausen geboren; am Ostersonntag feierte er seinen 80. Geburtstag. Mit 20 Jahren hat er erste Abendkurse an der Folkwangschule in Essen besucht, lernte an der Freien Kunstschule in Stuttgart und studierte vier Jahre an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. In Köln studierte er dann Philosophie und Geographie.

Von 1967 bis 2004 war er als Lehrer am Oberhausener Heine-Gymnasium tätig. Er verzeichnet zahlreiche Einzelausstellungen und noch mehr Beteiligungen an Gruppenausstellungen.

Seinen Arbeiten sieht man an, dass den Künstler Strukturen, Schichtungen und Spannungen interessieren, die er in jeweils unterschiedlicher Weise sichtbar macht. So sind in der Galerie im ehemaligen DGB-Haus Installationen, feine Zeichnungen, Malerei und Collagen zu sehen, räumlich-plastische und flächige Gestaltungen mit unterschiedlichen Materialien und Medien. „Immer geht’s mir um die Auseinandersetzung mit Geometrischem und Naturhaftem. Ich abstrahiere eine organische Form und füge etwas Apparatives hinzu“, sagte EsRichter in einem Interview zu seinem runden Geburtstag.

„Stellare Improvisationen“ etwa sind zweigeteilte Blätter, auf deren einer Hälfte man Sternbilder zu erkennen vermeint. Ihnen zugeordnet sind blaue und schwarze Farbfelder,  die aus einer Spielerei mit dem Zirkel hervorgegangen scheinen.

Sehr feine Zeichnungen sind die fünf Blätter aus der Serie „Blattwerk“. Auf ihnen hat EsRichter in roter Tinte organische Strukturen erfasst. Schichtungen zeigen die fünf „Briefe an Gaia“, also an die Erdmutter. Erdfarben, Rot und Grün hat er in horizontalen Streifen angeordnet; mit Acryl, Kupferlack auf Papier, das wiederum auf Schichtholz geleimt ist.