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Herbrand in Krefeld hebt 90-Tonner in die Höhe

Neues Nutzfahrzeug-Center in Krefeld : Herbrand hebt 90-Tonner in die Höhe

Die Herbrand Gruppe hat wegen der Corona-Pandemie ihr 15 Millionen Euro teures Nutzfahrzeug- Kompetenzzentrum ohne offizielle Eröffnung in Betrieb genommen. Die Ziele sind ehrgeizig: Gleich im ersten Geschäftsjahr will Herbrand in Krefeld-Fichtenhain 1750 Lastwagen und Transporter verkaufen.

In Krefeld-Fichtenhain ist in 22 Monaten Bauzeit ein Nutzfahrzeug-Kompetenzzentrum der Superlative entstanden. Die Herbrand Gruppe hat auf 50.000 Quadratmetern für geschätzt 15 Millionen Euro Arbeitsplätze für 76 Mitarbeiter in Werkstatt und Verkauf geschaffen. In den kommenden Jahren soll die Zahl der Beschäftigten auf rund 100 steigen. Eine offizielle Eröffnung des Neubaus mit Kunden und Gästen aus Wirtschaft und Politik hat wegen der Corona-Pandemie nicht stattgefunden. Der Betrieb läuft schon seit einigen Monaten.

Richard Lacek-Herbrand und Sven Holtermann, Geschäftsführer der Herbrand-Gruppe haben bereits für das erste Geschäftsjahr ehrgeizige Ziele ausgerufen. Für dieses Jahr sind 10.000 Service-Werkstatt-Durchläufe geplant. Darüber hinaus sollen knapp 300 neue Lastwagen, 800 neue Transporter und 650 gebrauchte Transporter an den Kunden gebracht werden.

Der direkt an der Autobahn 44 gelegene Betrieb bietet neben vieler weiterer Vorteile vor allem eines: viel Platz. Für die Nutzfahrzeugkunden ausreichend Park-, Rangier- und Auslaufflächen und für das Unternehmen ausreichend Fläche, um seinen Kunden den besten Service und eine große Fahrzeugauswahl neuer und gebrauchter Vans, Transporter, Lkw und Wohnmobile präsentieren zu können.

Richard Lacek-Herbrand (l.) und Sven Holtermann. Foto: Herbrand/Andreas Stubbe

Bei der Planung des Architekturbüros Beichler und Rohr  wurden die speziellen Anforderungen von schweren Lastwagen, Omnibussen, Wohnmobilen und Transportern berücksichtigt. Im großen, gläsernen Kundenempfangsbereich und 800 Quadratmeter großen Schauraum werden die Kunden durch die Mitarbeiter aus Verkauf und Werkstattservice gemeinsam begrüßt.

Das Nutzfahrzeugcenter aus der Vogelperspektive. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Die gemeinsam mit Experten der Daimler AG konzipierte Lkw-Werkstatt ist, genau wie im Transporter-Service, auf die Optimierung aller Abläufe ausgelegt. Zwei Stempelhebebühnen ermöglichen dem Team komplette Sattelzugmaschinen bis zu einem Gesamtgewicht von 95 Tonnen zu heben und die zeitoptimierte Bearbeitung aller sechs Achsen. Und falls ein Fahrzeug einmal nicht innerhalb der verlängerten Öffnungszeiten von 7 bis 22 Uhr fertiggestellt werden kann, stehen für die Fahrer zwei Schlafräume unentgeltlich zur Verfügung.

Die Schauhalle ist 800 Quadratmeter groß. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Eine weitere Besonderheit ist der Dacharbeitsplatz, um die Instandhaltung der im Lkw- und Busdach verbauten Technik, wie zum Beispiel Dachklimaanlagen für das Werkstatt-Team zu erleichtern und somit sicher und effizient zu gestalten. In der Zubehör- und Karosserie-Aufbauhalle stehen vier Arbeitsplätze unter anderem  zur Nachrüstung von Hydraulikanlagen und Abbiegesystemen zur Verfügung.

In einem eigenen Gebäudetrakt des Nutzfahrzeug-Centers befindet sich die Transporter-Werkstatt, die mit Stempelhebebühnen in unterschiedlichen Gewichtsklassen bis zu 6,5 Tonnen ausgestattet ist und über eine 3D-Achsvermessungsbühne verfügt. Darüber hinaus bietet die moderne Dialogannahme dem Kunden die Möglichkeit, bei der Begutachtung seines Fahrzeuges dabei zu sein. Falls das die Zeit des Auftraggebers  nicht zulässt, gibt er  nur den Schlüssel ab und Herbrand sendet alle Informationen zum Reparaturumfang per Video oder Foto zu.

Die Stromversorgung des gesamten Standortes erfolgt in den Sommermonaten über die 1900 auf den Dachflächen angebrachten Photovoltaik-Module vollständig autark. Auch bei der Heiz- und Kühltechnik setzt Herbrand auf eine nachhaltige Versorgung. 42 Erdsonden sorgen mittels  Wärmepumpen in den Wintermonaten für eine Beheizung des Centers. In den Sommermonaten erfolgt die Klimatisierung ebenfalls über die Erdsonden durch eine so genannte freie Kühlung.

Die operative Führung in Krefeld-Fichtenhain haben Jos Vaessen (Geschäftsführer Service), Lucas Degen (Verkaufsleiter Transporter) und Eckhard Prewitz (Verkaufsleiter Lkw).