Helios Klinikum Krefeld feiert zehnjähriges Bestehen

Helios feiert sein zehnjähriges Bestehen: „Nacht der Medizin“: Helios feiert Jubiläum

Vor zehn Jahren übernahm Helios die städtische Klinik. Der Konzern investierte mehr als 200 Millionen Euro. Heute ist die Klinik rentabel und auf dem neuesten Stand der Technik.

Fackelzug, symbolische Grablegungen, Demonstrationen: Die Gewerkschaften haben vor mehr als einem Jahrzehnt erbittert gegen die Privatisierung des städtischen Klinikums gekämpft. Dabei war das Haus finanziell am Ende. Rudolf Leuwer, heute Ärztlicher Direktor am Helios, erinnert sich: Als er 2005 ans noch städtische Klinikum kam, stand erstmals die Frage im Raum, ob das Haus die Gehälter noch würde bezahlen können. 2008, vor zehn Jahren, wurde das Klinikum zu 75 Prozent an den Helios-Konzern verkauft. Helios hat mehr als 220 Millionen Euro investiert. Die Klinik ist nicht wie befürchtet, geschrumpft, sondern gewachsen, sie beschäftigt heute mit knapp 3000 Arbeitnehmern mehr Menschen als früher, ist wirtschaftlich gesund und hochmodern. Denn nur so, nämlich wirtschaftlich gesund, kann ein Haus moderne Medizin anbieten. Am Samstag, 16. Juni, feiert Helios mit einer „Krefelder Nacht der Medizin“ das Jubiläum und lädt die Bürger zu einem Programm ein, das „unterhaltsam, kurios und spannend“ ist.

Die Helios-Geschichte ist ein packendes Stück Kommunalpolitik und ein ebenso packendes Stück Betriebswirtschaft. Was läuft privatwirtschaftlich so viel besser als unter städtischer Regie? Der Ärztliche Direktor Rudolf Leuwer kennt beide Welten. Er fing 2005 im städtischen Klinikum an und berichtet, dass sich Kommunikation und Entscheidungswege zwischen Geschäftsführung und Ärzteschaft dramatisch intensiviert haben. „Der Umgang untereinander wurde sehr schnell unmittelbarer. Dann passierte auch sehr schnell, was gesagt wurde.“ Dazu kam, dass die Geschäftsführung früh auf Investition gesetzt hat. „Wir haben nie geglaubt, dass das Haus gesundzuschrumpfen ist“, erläutert der heutige Helios-Geschäftsführer Alexander Holubars. „Manchmal muss man sehr viel Geld ausgeben, um sehr viel Geld sparen zu können.“ Und Helios hat viel Geld ausgegeben: Hat einen Neubau für 220 Millionen errichtet, neue Abteilungen gegründet und in moderne Technik investiert: „Rechnerisch haben wir jede Woche 500.000 Euro investiert“, sagt Holubars.

Das moderne Haus, in dem die Wege kürzer sind, ist ein Pfeiler für mehr Effizienz. Früher mussten auf dem Gelände der Klinik 50.000 Patiententransporte mit einem Fuhrpark bewerkstelligt werden; heute sind die Wege kürzer, der Fuhrpark konnte entfallen.

Erhebliche Kosten konnten über die gesamte Beschaffung eingespart werden, berichtet Holubars: durch Vereinheitlichung der Standards und konzernweiten Einkauf. Wichtig ist auch das Stichwort „Knowhow-Transfer“. Wenn etwas in einer anderen Helios-Klinik sehr gut funktioniere, könne man davon lernen. So werden Abläufe nah an Erfahrungswerten optimiert.

Rückblickend präsentiert sich die Privatisierung als beeindruckende Erfolgsgeschichte. „Durch die Privatisierung wurde der Investitionsstau mit einem Schlag aufgehoben“, resümiert Leuwer. Das Krefelder Helios gehöre heute zu den modernsten Häusern in NRW. Das medizinische Angebot wurde ausgebaut, zum Beispiel durch eine Abteilung für plastische und rekonstruktive sowie eine Lungenkrebs-Chirurgie; das Herzchirurgie-Team wurde ausgebaut.

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Die Zahl der Patienten ist wie die Anzahl der Mitarbeiter kontinuierlich gestiegen. „Durch dieses Wachstum können wir erwirtschaften, was wir brauchen, um die Investitionen der Vergangenheit zu bezahlen“, resümiert Leuwer.

 Helios hat beim Thema Qualität ein Prüfsystem entwickelt, das mittlerweile die Schweiz übernommen hat. Demnach werden sogenannte Routine-Daten, die für die Abrechnung erhoben werden, so ausgewertet, dass sich Behandlungsabläufe darstellen und vergleichen lassen.

Gibt es negative Abweichungen vom Durchschnitt, werden die internen Abläufe überprüft. „Wir veröffentlichen die Ergebnisse“, betont Holubars, „das ist auch Bedingung, um sich an dem Verfahren zu beteiligen“. Mittlerweile beteiligen sich deutschlandweit 250 Krankenhäuser an dem Verfahren. Die Schweiz hat das Verfahren übernommen.

Am kommenden Samstag wird nun groß gefeiert: „Wir sind weiterhin das Krankenhaus für die Menschen in Krefeld und der Region geblieben. 25,1 Prozent der Klinik gehören immer noch der Stadt und ihren Bürgern. Die Seidenstadt liegt in unserer DNA, und das ist uns allen wichtig. Insofern sind zehn Jahre Helios Klinikum Krefeld ein schöner Anlass, um Patienten, Angehörigen, Bürgern, Mitarbeitern und Partnern zu danken und gemeinsam einen tollen Abend zu verbringen“, betont Geschäftsführer Holubars

(vo)