Krefeld: Helios eröffnet neues Kinderzentrum

Krefeld : Helios eröffnet neues Kinderzentrum

Für vier Millionen Euro hat das Helios-Klinikum das frühere Gebäude der Herz- und Neurochirurgie in ein Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin umgewandelt. Für die Ärzte entfallen weite Wege bei der Behandlung.

Für eilbedürftige Geburtsvorgänge gibt es den Storcheneingang, der direkt zum Kreißsaal führt. Die anderen jungen und alten Gäste der neuen Helios-Kinderklinik begrüßt der Pinguin Pippo gleich im Foyer und begleitet sie bei ihrem Gang durch das ehemalige Gebäude der Herz- und Neurochirurgie, das für vier Millionen Euro modernisiert und mit einem Neubau verbunden wurde.

Nacheinander werden sich in diesem Gebäude A2 die Ambulanzen der Kinderklinik einrichten, dann ziehen die kinderärztliche Notfalldienstpraxis, die Entbindungsstation und das neue Mutter-Kind-Zentrum ein. Es folgen die Klinik für Kinderchirurgie und -urologie und die Kinderonkologie. Am 17. Dezember soll der Umzug vollzogen sein.

Trotz der Anspannung bei allen Beteiligten ist dem Chefarzt der des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Tim Niehues die Erleichterung anzumerken: "Wir haben lange intensiv geplant, wie man das Ganze kindgerecht machen kann? Die langen Wege, die die behandelnden Ärzte über das gesamte Klinikgelände zurücklegen mussten, entfallen. Diese Zeit haben wir für die Betreuung der Kinder und Familien dazugewonnen."

Nicht nur die freundlich unaufdringliche Farbgebung verweist auf das Bemühen der Planer um ein kindgerechtes Gestaltungskonzept, erklärt Thilo Semisch von der Helios-Bau- und Projektleitung. Auf den verschiedenen Ebenen trifft Pippo auf den Seelöwen Chico, den Gorilla Kidogo, die Nashorndame Nane oder den Ara José. Jedes dieser Tiere aus dem Krefelder Zoo hat eine Leit- und Orientierungsfunktion für eine Station.

Die "Gebärlandschaft" im zweiten Stock besitzt vier Kreißsäle mit drei modernen Entbindungsbetten sowie Gebär- und Entspannungswannen. Nur wenige Schritte davon entfernt liegen der Kaiserschnitt-Operationssaal und die neu mit 18 Intensivplätzen ausgestattete neonatalogische (Frühgeborenen-) Station.

Diese Station war das erste Level 1 -Pränatalzentrum außerhalb einer Uniklinik in Deutschland. "Hier verfügen wir über alle Möglichkeiten, Risikogeburten nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen optimal zu versorgen", erklärt Michael Friedrich, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Räumte man innerhalb von 28 Wochen geborenen Frühchen keine Überlebenschance ein, so sank dieser Wert auf 24 Wochen. Entsprechend hoch ist der medizinische Aufwand, der sich bis zu drei Monaten erstrecken kann. Eltern ziehen in die Mutter-Kind-Station ein, um ihr Kind rund um die Uhr zu begleiten und in der "Känguruh-Haltung" zu bergen.

Anders verhält sich dies bei unauffälliger Schwangerschaft und Geburt. Hier bietet das Klinikum mit komfortablen Zweibett- und Familienzimmern, Säuglings- und Stillzimmern Platz für 42 frischgebackene Mütter.

(RP)