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Heimat-Archiv für alle Fragen zu Krefelds Geschichte

Ortsgeschichte : Heimat-Archiv für alle Fragen zu Krefelds Geschichte

Der Verein für Heimatkunde hat die Jahresbücher digitalisiert: 100 Jahre Geschichte(n) sind abrufbar und bieten einen „Schatz an Wissen“. Rund 600 Mitglieder hat der Verein derzeit.

Es ist der Fluch der frühen Jahre: die Frakturschrift. Daran haben die Computerexperten ganz schön zu knacken, sagt Martin R. Becker. Er ist zweiter Beisitzer im Verein für Heimatkunde und entwickelt in Kooperation mit dem Büro ZweiPlus einen neuen Archivauftritt des Vereins. Das Ziel: Online können alle Jahrbücher von Band 1 im Jahr 1921 bis in die Gegenwart eingesehen werden. Dann können nicht nur alle Hefte am Bildschirm durchgeblättert werden, sondern auch gezielte Informationen abgefragt werden.

„Es gibt zwei Einschränkungen“, sagt Becker. „Der jüngste Band wird aus verkaufsstrategischen Gründen nicht online zu lesen sein. Er ist ja im Buchhandel erhältlich. Und zweitens gibt es die Recherche-Möglichkeiten nur für Mitglieder. Wir hoffen, dass wir bei einem Jahresbeitrag von 25 Euro viele durch dieses Angebot locken.“

Rund 600 Mitglieder hat der Verein derzeit. Gegründet wurde er von einem Kreis „kulturinteressierter Herren“ an einem kalten Wintertag: am 15. Februar 1918 im Kaiser-Wilhelm-Museum, so besagt es die Vereinsgeschichte. 1921 erschien das erste Jahrbuch. Ende 2019 erschien die 90. Ausgabe, denn in den Kriegs- und Nachkriegsjahren 1942 bis 1950 fielen die Publikationen aus. Die Bände sind Spiegel der Krefelder Geschichte, der Gesellschaft, des Lebens in der Stadt und der Themen, die Krefelder bewegten. Eine Geschichte, die sich fortschreibt, weil die Beiträge immer aus einer Gegenwart auf ein Sujet oder in die Vergangenheit gerichtet werden. Wie fischte man am Rhein? Das ist da ebenso kenntnisreich beantwortet wie der Blick auf die Weimarer Republik, die Eingemeindung von Uerdingen, Fischeln und Traar oder die ersten Krefelder Auswanderer nach Pennsylvania.

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„Die Bände sind ein Schatz an Wissen“, sagt Becker. Der Verein um die Vorsitzende Julia Opladen-Kauder sind umso stolzer über sein Angebot, als es 2017 einen Vorfall gab, der lange Folgen hatte: Die Website und alle Inhalte waren aus dem Netz verschwunden. Unrettbar. Man vermutete einen Hackerangriff, hat die Sache aber nie aufgeklärt. Vielleicht ist das schon Stoff für einen künftigen Beitrag – mit Blick zurück in 100 Jahren.
www.heimat-krefeld.de