Heide Schremmer verlässt Realschule Oppum

Realschule Oppum: Abschied vom Schuldienst mit Tränen

15 Jahre lang hat Heide Schremmer die Realschule Oppum geleitet – bald ist Schluss.

Wehmut schwang mit, als gestern die langjährige Schulleiterin der Realschule Oppum, Heide Schremmer, verabschiedet wurde. Bereits bei der Begrüßung ihrer Gäste hatte die scheidende Rektorin Tränen in den Augen, und bei den Dankesworten versagte ihr dann die Stimme. Mit einer tief bewegten Heide Schremmers und tosendem Applaus endete eine Veranstaltung, die weit mehr war als die Verabschiedung einer Schulleiterin. Es war ein erster Abschied auch von einer Stadtteil-Schule, die für ihre gute pädagogische Arbeit bekannt ist und die es in drei Schuljahren nicht mehr geben wird. Denn die Realschule Oppum läuft 2022 aus.

Die letzte Aufgabe von Heide Schremmer, die fast 15 Jahre lang diese Schule geleitet und geprägt hat, ist es nun, Kartons zu packen und den Umzug der verbleibenden Schüler in die Räume der Stephanusschule an der Rote-Kreuz-Straße zu organisieren. Bei diesem letzten Akt merkte die Pädagogin einmal mehr, dass Schule und Bürokratie nicht immer die engsten Freunde sind. So wird es wegen zeitlicher Verzögerung ein Umzug auf den letzten Drücker. Aber auch das wird Schremmer stemmen – da sind sich ihre Kollegen sicher.

Sie verlieren mit der Lehrerin eine Fürsprecherin dieses Berufes, die die Arbeit der Kollegen geschätzt hat und in ihrer Rede gestern nicht müde wurde zu betonen, wie engagiert das Kollegium dieser Realschule ist und wie viel Freizeit geopfert wird, um den Schülern bestmögliche Förderung zu bieten. Dabei seien den Lehrern Grenzen gesetzt, wenn das Personal fehle, betonte die Schulleiterin und bezeichnete es als „riesengroße Sorge“, dass an der Realschule sonderpädagogische Fachkräfte fehlen trotz zahlreicher Schüler mit Förderbedarf. Das sei weder den engagierten Lehrern noch den motivierten Schülern gegenüber fair. „Hier wird Schule gemacht. Und zwar richtig“, sagte Heide Schremmer.

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Oberbürgermeister Frank Meyer bezeichnete die scheidende Schulleiterin als Kümmerin und Konstante in der Krefelder Schullandschaft. Schremmer habe Probleme immer direkt, aber fair angesprochen. Dafür schätze er sie sehr, lobte der Oberbürgermeister. „Ihre Schule“ sei ganz klar die Realschule Oppum gewesen, an der sie fast die gesamten 38 Jahre als Lehrerin verbrachte und deren Leitung sie 2003 übernahm. Seit der Gründung 1980 habe die Sandbergschule um ihre Existenzberechtigung kämpfen müssen, erklärte Meyer, und erinnerte daran, dass über 20 Jahre lang Schüler in provisorischen Pavillons unterrichtet werden mussten. Erst 2005 waren erstmals alle Schüler „innerhalb steinerner Wände“ untergebracht.

Schremmer, in Gelsenkirchen und Essen aufgewachsen, hat eine Realschule besucht und eine Schneiderlehre begonnen. Ihr Traum war es, im Theater zu arbeiten. Bis heute ist sie Kulturliebhaberin und hat durch musische Angebote versucht, den Schülern Musik, Kunst und Theater näherzubringen. So gelangte die Textilingenieurin zwar auf Umwegen zum Lehrberuf, war dann aber so arbeitsfreudig, dass so manche Kollegen und Eltern annahmen, sie wohne in den Räumlichkeiten an der Schmiedestraße. Auch was ihre Fächer anbelangte, machte Schremmer, was notwendig war, mal Informatik, dann wieder Religion, Textilgestaltung oder Biologie.

Mit Heide Schremmers Pensionierung, die offiziell erst zu Beginn der Sommerferien beginnt, weswegen es gestern noch keine Urkunde gab, begann gestern nun also an der Realschule Oppum ein Abschied auf Raten. Die Schüler zeigten in ihren Darbietungen als Schulband oder Geschichtenerzähler, warum diese Schule einen guten Ruf hat. Auch sie werden die Schulleiterin vermissen, die, wie die Jugendlichen es formulierten, so „selbstlos ihre Wochenenden und die ihrer Schüler“ für gute Aktionen opferte.