Haus & Grund: Wie Politik in Krefeld Investoren verschreckt

Stadtentwicklung und Klimaschutz : Haus & Grund: Wie Politik Investoren verschreckt

Das Quartier Wallhöfe in der City soll 84 neue Wohnungen aufnehmen. Ein Krefelder Projektentwickler investiert 23 Millionen Euro in das moderne Vorhaben. Jetzt fordern die Grünen eine Simulation der Auswirkung aufs Stadtklima. Das bringt Haus & Grund auf die Palme.

Wichtiges Leuchtturmprojekt für die Krefelder Innenstadt, so nennt Michael Heß, Geschäftsführer von Haus & Grund, das Bauvorhaben Wallhöfe auf einer Freifläche im Blockinneren zwischen Dreikönigenstraße, Westwall sowie Linden- und Hubertusstraße. Ein Krefelder Projektentwickler wolle 23 Millionen Euro in einen modernen Wohnkomplex investieren, habe Jahre geplant, alles abgestimmt, 14 Gutachten vorgelegt und bekomme kurz vor dem Ziel neue Hürden in den Weg gestellt. So verschrecke die Politik wichtige Investoren für die Stadtentwicklung insbesondere in der City, erklärte Heß – und das Ganze „offenbar nur um das eigene Wahlvolk bei Laune zu halten“. Das sei keine verantwortliche Politik, die Krefeld und die Innenstadt voranbringe.

Die Grünen hatten im Planungsausschuss beantragt, dass der Investor eine Klimasimulation in Auftrag geben soll, um die Auswirkungen des Bauprojekts auf das Mikroklima darzustellen. Die Grünen halten das dreigeschossige Bauvorhaben mit 84 Wohnungen, zu dem auch ein Ersatzgebäude für eine Kindertagesstätte gehört, für zu dicht, zu massiv und problematisch, da es kaum Rücksicht auf Freiflächen, Bäume und Mikroklima nehme.

Die Pauschalität des Antrags lasse den Verdacht aufkommen, dass es sich dabei um „reines Wahlkampfgetöse“ handele, sagte Heß, der mit Haus & Grund rund 5200 Haus-, Grund- und Wohnungseigentümer vertritt. Mit keinem Wort werde erwähnt, welche Parameter eine Klimasimulation beinhalten müsse. Außerdem sei unklar, warum sie nur in der Innenstadt erfolgen solle. „Ein solcher Antrag ist nicht weit von einem nach Artikel 19 des Grundgesetzes verbotenen Einzelfallgesetz entfernt“, erklärte der Jurist Heß.

Jörg E. Weitzel, Inhaber und Geschäftsführer von Küppers Living, möchte soweit nicht gehen. Stattdessen listet er die Punkte auf, die nach seiner Meinung in der Lage sind, die Kritik der Grünen zu entkräften. „Das geplante Quartier Wallhöfe in der Krefelder Innenstadt macht auch aus ökologischer Sicht Sinn“, betonte er. Eine so genannte Klimasimulation zur Ermittlung möglicher Auswirkungen auf das Mikroklima hält Weitzel für entbehrlich. Bereits durchgeführte Gutachten belegten, dass mit diesem Neubauvorhaben eine insgesamt umwelt-, klima-, sozial- und gesundheitsverträgliche Stadtentwicklung betrieben werde. „Mit dem Quartier Wallhöfe schaffen wir nicht nur nachgefragten zeitgemäßen Neubau-Wohnraum und erhöhen so die Attraktivität der Krefelder Innenstadt. Weil wir im Rahmen der Planungen von Anfang an wesentliche Aspekte bezüglich Klimaschutz, Energieeffizienz und zukunftsgerichteter Mobilität berücksichtigt haben, wird das Quartier auch eine Vorbildfunktion für das gesamte Südviertel und die weitere Entwicklung der Innenstadt einnehmen.“

Heidi Matthias, Grüne. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)
Haus und Grund, Michael Heß. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Als eines von vielen Beispielen dafür nennt der Investor die vorgesehene Versorgung der Wohnungen mit Fernwärme mit dem bestmöglichen Primärenergiefaktor von 0,0 aus der Krefelder Müllverbrennungsanlage. „Weder werden die Wallhöfe zusätzliche Energie für die Beheizung und die Warmwassererzeugung verbrauchen, noch entstehen lokal Emissionen am Standort der Wallhöfe – eine Win-win-Situation, die Fernwärme liegt heute bereits an der Ecke Westwall/Südwall.“ Ein weiteres Element, wichtig für ein gutes Mikroklima, ist die Begrünung der Dächer und der Tiefgaragendecke. Das natürliche Grün absorbiert sommerliche Hitze und fängt Niederschlag auf. Baumbestand, der für die Realisierung weichen muss, wird zum Teil durch Neuanpflanzungen ersetzt. Für Bäume, die nicht vor Ort neu gepflanzt werden können, werden Ausgleichszahlungen festgesetzt mit denen die Stadt Ersatzbäume anpflanzen wird. „Selbstverständlich halten wir uns an sämtliche Vorgaben, dazu zählt auch die Baumschutzsatzung der Stadt“, sagte Weitzel. Die direkte Anbindung an den ÖPNV sowie die Option für E-Ladesäulen und die Errichtung von mehr als 100 teilweise überdachten Fahrradstellplätzen tragen einer ökologischen Form der Mobilität Rechnung.