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Haus der Seidenkultur Krefeld zeigt Modezeichnungen aus den Fünfziger Jahren von Martha Prell

Ausstellung in Krefeld : 95-Jährige stellt im Haus der Seidenkultur aus

Sie war eine der ersten Krefelder Modezeichnerinnen: Bis Ende des Jahres werden einige Entwürfe der inzwischen 95-Jährigen im Haus der Seidenkultur präsentiert. Es ist Martha Prells erste Ausstellung.

Martha Prell war eine der ersten Modezeichnerinnen in Krefeld. Studiert hat die sie von 1940 bis 1943 an der Höheren Fachschule für Modegrafik und Mode, dem Vorläufer der späteren Textilingenieurschule. Unterrichtet wurde sie von Elisabeth Kadow, die sich als Bauhausabsolventin in Krefeld einen Namen gemacht hat. Heute, mit 95 Jahren, stellt Martha Prell erstmals ihre Modezeichnungen öffentlich aus – im Haus der Seidenkultur (HdS) statt. „Wir haben der Künstlerin eine kleine Studioausstellung im historischen Lieferantenflur unseres Museums gewidmet“, sagt Kuratorin Ulrike Denter. Sie hat die bislang eher bescheiden und zurückhaltend lebende Textil-Künstlerin in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Jetzt kam die weitgereiste Seniorin ins die ehemalige Paramentenweberei, um sich ihre Zeichnungen dort anzusehen.

Modezeichnerin Martha Prell zeigt ihre Blätter im Haus der Seidenkultur Foto: HdS/Christian van Doorn

„Schon als Kind habe ich mit meinen Zeichnungen mein Umfeld begeistern können“, sagt Martha Prell. Sie erzählt: Mit einem Beinbruch lag sie als Zehnjährige im Krankenhaus. „Alle Schwestern wollten in meinem Zimmer meine Zeichnungen sehen, die ich im Bett liegend angefertigt hatte“, erinnert sie sich.

Ein Cocktailkleid aus den 1950er Jahren. Foto: HdS/Christian van Doorn

Um als junges Mädchen 1940 die Laufbahn einer Musterzeichnerin einzuschlagen, da bedurfte es einiges an Überredungskunst im Elternhaus. Unterstützung kam vom Vater, der in seiner Freizeit gerne Pferde zeichnete. Elisabeth Kadow erkannte recht schnell das Talent der jungen Schülerin, die mit einer renommierten Förderin im Rücken an der „Lette-Schule“ in Berlin mit „Kusshand“ aufgenommen wurde; eine Einrichtung, die vielen jungen Künstlern als Sprungbrett in die Modeszene diente.

Und so fand sich Martha Prell einige Jahre später im Modesalon „Schloss Grafenberg“ bei Düsseldorf wieder. Hier entwarf sie Kreationen für die damalige High Society. „Für Schauspieler-Ikonen wie Elisabeth Flickenschildt und Christiane Hörbiger durfte ich Modevorlagen entwerfen“, blickt Martha Prell in eine illustre Vergangenheit zurück.

Schmale Taille, weiter Rock und florale Muster waren Trend. Foto: HdS/Christian van Doorn

Martha Prell freut sich über die Anerkennung im Haus der Seidenkultur. „Die kleine Zusatzausstellung betrachten wir als i-Tüpfelchen in der Angebotspalette unseres Museums, wo wir in Coronazeiten ein zusätzliches Argument für den Besuch unseres Museums an der Luisenstraße 15 liefern möchten“, sagt Kuratorin Ulrike Denter. Im HdS wird die Ausstellung bis Ende des Jahres zu sehen sein.

Öffnung mittwochs bis freitags jeweils in der Zeit von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr, Luisenstraße 15.

(RP)