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Handwerk in Krefeld: Fachkräfte feiern Ende der Ausbildung

Handwerk in Krefeld : Fachkräfte feiern Ende der Ausbildung

Fast 150 Frauen und Männer haben ihre Lehre in der Krefelder Elektro-Innung und der Innung für Sanitär, Heizung, Klima und Apparatebau abgeschlossen.

Ihre Gewerke seien noch nie mit so anspruchsvollen Aufgaben wie heute konfrontiert, so ein Lehrlingswart. Aus drei Jahren kamen die Gesellen der Krefelder Elektro-Innung und der Innung für Sanitär, Heizung, Klima und Apparatebau im Saal des „Goldenen Hirschen“ zusammen, um den Abschluss ihrer Ausbildung zu feiern. In den drei Jahren haben fast 150 Frauen und Männer (71 Elektroniker, 76 Anlagenmechaniker) ihre Lehre beendet.

„Das ist heute euer Abend“, erklärte Obermeister Wilhelm Gobbers von der SHK-Innung. Für ihren erfolgreichen Abschluss hätten sie hart arbeiten müssen. Die Berufe im Elektro- und SHK-Handwerk böten viele Möglichkeiten zur Fortbildung und Entwicklung, so Gobbers: „Alle reden von der Energiewende – wir setzen sie um. Täglich rufen Kunden an, die eine Photovoltaikanlage mit einem Elektrospeicher und einer Wärmepumpe wollen. Da braucht es viel Wissen und handwerkliches Können.“ Das sah auch Marcel Scholz-Richter, Lehrlingswart der Elektro-Innung Krefeld, so: „Zu keinem Zeitpunkt waren unsere Gewerke mit anspruchsvolleren Aufgaben und komplexerer Technik konfrontiert“, sagte er.

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In traditioneller Zimmermannskluft gratulierte Johannes Schmitz, Lehrlingswart der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, den jungen Handwerkern. Viele seien an ihrem Erfolg beteiligt gewesen – von den Eltern über die Arbeitskollegen und Chefs bis zu den Lehrern in der Berufsschule und in der überbetrieblichen Ausbildung. „Im Handwerk ziehen wir an einem Strang“, sagte Schmitz.

Besonders geehrt wurden die Jahresbesten der drei Jahrgänge: Elektroniker Tom Dückers (Ausbildungsbetrieb: Elektro Günter Kleinhütten) hat diese Leistung im aktuellen Jahr geschafft, Pascal Auweiler (Hell GmbH & Co. KG) im Jahr 2021 und Marcel Seeger (Jakob Büllen Ing.) 2020. Paula Armonies aus Kempen (Elektrotechnik Knodt GmbH) belegte beim Leistungswettbewerb des Handwerks den ersten Platz auf Ebene der Handwerkskammer Düsseldorf und den zweiten Platz auf Landesebene NRW. Es gab Präsente der Innung und der Sparkasse Krefeld.

Bei den Anlagenmechanikern war Petra Steinhäuser (Gobbers Objekt Bau GmbH) die einzige Frau unter den Losgesprochenen – und erzielte das beste Ergebnis (wir berichteten). Ihre Vorgänger waren 2021 Philipp Rehmann (ebenfalls Gobbers) und 2020 Moritz Peter Münch (Imdahl Sanitär-Heizung).

Die Krefelderin Petra Steinhäuser startete in ihr zweites Berufsleben: Die heute 38-Jährige ist gelernte Metall- und Glockengießerin. Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern war die in der Gießerei geforderte Schichtarbeit jedoch schlecht möglich, und so orientierte sich Petra Steinhäuser neu. Nach der mit dem Top-Ergebnis bestandenen Gesellinnenprüfung arbeitet die Anlagenmechanikerin weiter bei Gobbers. „Ich möchte jetzt erst einmal Erfahrungen sammeln und ankommen im Beruf“, sagt sie.

Klare Ziele hat auch Tom Dückers, der in diesem Jahr der beste neue Elektroniker-Geselle in Krefeld ist. Schon in der 10. Klasse hatte der heute 21-Jährige ein Praktikum bei Elektro Kleinhütten gemacht, und nach dem Abitur sagte er sich: „Das probierst du mal aus.“ Eine gute Idee: „Ich bin sehr zufrieden. Unser Elektro-Handwerk ist extremst vielfältig, und die Möglichkeiten im sogenannten Smart-Home etwa mit Lichtsteuerung per Sprache oder elektronischer Rolladensteuerung je nach Sonneneinstrahlung finde ich richtig cool“, erklärt der technikbegeisterte Neu-Geselle aus Uerdingen. Tom Dückers will demnächst die Meisterschule besuchen und sich „irgendwann mal“ selbstständig machen.